Datum22.06.2026 06:02
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Rentenkommission schlägt vor, die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abzuschaffen und das Renteneintrittsalter an die Lebenserwartung zu koppeln. Die Rente soll teilweise durch Kapitalmarktanlagen finanziert werden, gespeist aus höheren Beiträgen, und auch Selbstständige, Politiker und Vorstände könnten einzahlen müssen. Gleichzeitig eskaliert die Siedlergewalt im Westjordanland, wo seit Oktober 2023 über 1.000 Palästinenser getötet und fast 6.000 vertrieben wurden. Der Fall eines getöteten Babys durch einen israelischen Soldaten wird beleuchtet.
InhaltDie Vorschläge der Rentenkommission für die zukünftige Altersvorsorge wurden vorab geleakt. Was soll sich ändern? Und: Die Siedlergewalt im Westjordanland eskaliert. Die Rentenkommission hat Vorschläge erarbeitet, wie die Altersvorsorge künftig bezahlbar und stabil bleiben soll. Der Plan wurde am Wochenende vorab öffentlich, er soll am Dienstag offiziell vorgestellt werden. Das Papier umfasst 30 Punkte: So soll die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren abgeschafft und das Renteneintrittsalter künftig direkt an die Lebenserwartung gekoppelt werden. Bis 2041 würde es auf 67 Jahre und sechs Monate steigen. Gleichzeitig soll die Rente teilweise über Investitionen am Kapitalmarkt finanziert werden. Das Geld dafür soll aus schrittweise steigenden Beiträgen von Arbeitgebern und Beschäftigten kommen. Um die Last breiter zu verteilen, könnten künftig auch Selbstständige, Politiker und Vorstände verpflichtet werden, in die Rentenkasse einzuzahlen. Ob sich Union und SPD auf das Maßnahmenpaket einigen werden, ist noch offen. Im Podcast analysiert Wirtschaftsredakteurin Tina Groll die Vorschläge. Seit dem Überfall der Hamas auf Israel und dem Beginn des jüngsten Gazakriegs hat die Gewalt im von Israel besetzten Westjordanland stark zugenommen. Ein besonders erschütternder Fall ist der Tod des Babys Sam Abu Haikal, das in einem Auto von einem Schuss eines israelischen Soldaten am Kopf getroffen wurde. Steffi Hentschke hat zu dem Fall recherchiert. Sie ist freie Nahostkorrespondentin und ordnet den Fall im Podcast ein: Mehr als 1.000 Palästinenser wurden seit Oktober 2023 im Westjordanland und in Ostjerusalem getötet. Zudem wurden fast 6.000 Menschen durch Gewalt von Siedlern vertrieben. Im besetzten Westjordanland gelten außerdem zwei Rechtssysteme: israelisches Zivilrecht für Siedler, Militärrecht für Palästinenser. Hentschke erklärt, warum das die Aufklärung erschwert. Und sonst so? Haben Sie Interesse an vier Millionen Schmetterlingen? Moderation und Produktion: Philip-Johann Moser Mitarbeit: Sophia Boddenberg und Maximilian Renzikowski Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.