Datum22.06.2026 05:21
Quellewww.spiegel.de
TLDRIn Mannheim verletzte ein 53-Jähriger zwei Personen (26 und 76 Jahre) mit einem Messer. Bei der Festnahme durch die Polizei leistete er Widerstand und kollabierte anschließend. Er starb kurz darauf im Krankenhaus. Die genaue Todesursache ist unklar, eine Obduktion wurde angeordnet. Das Motiv des Angreifers ist noch offen. Der Vorfall ereignet sich vor dem Hintergrund steigender Messerattacken in Deutschland.
InhaltEin Mann hat in Mannheim zwei Personen mit einem Messer schwer verletzt. Bei seiner Festnahme setzte die Polizei "einfache körperliche Gewalt" ein. Danach kollabierte der 53-Jährige. Nach einem Messerangriff mit zwei Schwerverletzten in Mannheim ist der Tatverdächtige nach einem Polizeieinsatz gestorben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in der baden-württembergischen Stadt sowie das Landeskriminalamt in Stuttgart mitteilten, soll der 53-Jährige in der Nacht zum Sonntag in einer Wohnung in der Innenstadt eine 26-Jährige und einen 76-Jährigen mit einem Messer schwer verletzt haben. Die Frau musste wiederbelebt und notoperiert werden, bei dem Mann bestand keine Lebensgefahr. Als Polizisten eintrafen und den Mann aufforderten, das Messer wegzulegen und die Wohnungstür zu öffnen, kam dieser den Aufforderungen nicht nach. Stattdessen habe er gedroht, sich aus dem Fenster zu stürzen, erklärten die Ermittler. Die Polizei habe sich daraufhin Zutritt verschafft und den 53-Jährigen, der sich heftig gewehrt habe, unter "Einsatz einfacher körperlicher Gewalt" festgenommen. Wenig später sei er kollabiert und in ein Krankenhaus gebracht worden, wo er einige Stunden später gestorben sei. Die genaue Todesursache war laut den Ermittlern unklar, weshalb eine Obduktion angesetzt wurde. Auch die Motivlage für den Messerangriff war demnach zunächst unklar. Die Ermittler baten mögliche Zeugen um Hinweise zu dem Geschehen. Die Zahl der Messerangriffe in Deutschland steigt derzeit. Ende November vergangenen Jahres hatte die Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie konkrete Daten vorgelegt. In zehn Jahren wurden demnach 3325 Stichverletzungen im Zusammenhang mit Gewalttaten gezählt. Die Zahl der Schwerverletzten nach solchen Angriffen ist kontinuierlich gestiegen: von ungefähr 250 im Jahr 2019 auf ungefähr 375 im Jahr 2023, das sind die jüngsten verfügbaren Daten. Es ist ein Plus von 50 Prozent. Der Auswertung zufolge waren 86 Prozent der Opfer Männer und im Durchschnitt 31,3 Jahre alt. Nach der Einlieferung mussten rund 70 Prozent von ihnen als Notfall behandelt werden. Acht Prozent der Betroffenen waren so schwer verletzt, dass sie an ihren Stichverletzungen im Krankenhaus starben. Mehr zum Thema: Die Zahl der Opfer von Messerangriffen steigt. Das zeigen neue Daten von Notfallmedizinern. Ärzte warnen vor gezielter Brutalität – und müssen auch sich selbst schützen. Zum Artikel geht es hier .