Datum22.06.2026 05:00
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Kinderklinik im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow schließt Ende Juli 2026 aufgrund zu geringer Auslastung und der Krankenhausreform. Der Gesundheitsminister versichert, dass die Notfallversorgung gesichert sei und ein Übergangskonzept mit Potsdam erarbeitet werde. Eltern und Abgeordnete äußern jedoch Bedenken hinsichtlich offener Fragen zur künftigen Versorgung von Kindernotfällen. Der Klinikträger will die Fachbereiche Orthopädie, Innere Medizin und Geriatrie ausbauen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Krankenhausreform“. Lesen Sie jetzt „Notfallversorgung nach Schließung von Kinderklinik unklar“. Die Notfallversorgung von Kindern nach der Schließung der Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow ist bisher offen. Derzeit erfolge "die Erarbeitung eines Konzeptes zur zukünftigen Ausgestaltung der Versorgung vor Ort", teilte Gesundheitsminister René Wilke (SPD) in einer Antwort auf eine mündliche Anfrage aus der BSW-Fraktion mit. Das finde in Kooperation mit dem Klinikum Ernst von Bergmann in Potsdam statt. Der Minister hatte sich am Mittwoch im Landtag aber zuversichtlich geäußert: "Die Versorgung in der Region ist sehr, sehr gut gesichert", sagte Wilke. Es gebe Versorgungsmodelle für den Übergang. Der BSW-Abgeordnete Andreas Kutsche sieht noch Unklarheiten. "Kurz vor der Schließung zum 1. August 2026 bleibt offen, ob und wie Kindernotfälle vor Ort künftig versorgt werden", sagte Kutsche. "Eltern müssen wissen, wo ihre Kinder im Notfall schnell und kompetent behandelt werden." Die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin im Evangelischen Krankenhaus Ludwigsfelde-Teltow hatte angekündigt, Ende Juli zu schließen. Der Träger - das Evangelische Diakonissenhaus Berlin Teltow Lehnin - begründet dies mit der Krankenhausreform und einer notwendigen Spezialisierung. Der Träger verweist angesichts einer Belegung von drei Betten auf eine zu geringe Auslastung der Kinderklinik. Orthopädie, Innere Medizin und Geriatrie sollen dagegen ausgebaut werden. Es gibt Kritik der Eltern, auch eine Petition einer Mutter, für die mehr als 6.000 Stimmen zusammengekommen sind. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte bisher offen gelassen, wie er mit der Schließung der Kinderklinik umgeht. Er ist Mitglied im Kuratorium des Trägers, aber nach Angaben der Landesregierung als Privatperson. Deshalb beantwortete Minister Wilke im Landtag auch nicht die Frage, wie er über die Schließung abgestimmt habe. Er verwies aber darauf, dass sich solche Gremien in der Regel nicht mit dem operativen Geschäft befassten. Die Krankenhausreform soll Kosten senken und die Qualität der Versorgung erhöhen. Dazu kommt noch die Reform der gesetzlichen Krankenversicherung, die auch Auswirkungen auf die Kliniken hat. © dpa-infocom, dpa:260622-930-260333/1