Konflikt im Nahen Osten: Vermittler melden »ermutigende Fortschritte« bei Gesprächen zwischen USA und Iran

Datum22.06.2026 04:42

Quellewww.spiegel.de

TLDRVermittlerstaaten Pakistan und Katar melden "ermutigende Fortschritte" nach Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz. Es wurden die Weichen für Verhandlungen zu einem endgültigen Abkommen über Irans Atomprogramm und westliche Sanktionen gestellt. Zudem wurde ein Kommunikationskanal für die Straße von Hormus eingerichtet. Technische Gespräche werden fortgesetzt.

InhaltDie hochrangigen Delegationen aus den USA und Iran haben in der Schweiz offenbar den Grundstein für Verhandlungen ​über ein endgültiges Abkommen gelegt. Zudem sollen sie einen heißen Draht für die Straße von Hormus eingerichtet haben. Die erste Runde der Gespräche zwischen hochrangigen Vertretern der USA und Irans in der Schweiz ist beendet. Das teilten die Vermittlerstaaten Pakistan und Katar in der Nacht zu Montag mit. Es habe eine "positive und konstruktive Atmosphäre" geherrscht, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Vermittlerstaaten . Man habe "ermutigende Fortschritte erzielt". Dazu zählt den Angaben zufolge, dass man sich auf weitere Beratungen auf Arbeitsebene geeinigt habe. Ziel sei es, wie im Rahmenabkommen vorgesehen, innerhalb von 60 Tagen ein "finales Abkommen" zu erreichen, so die Vermittler. Es werde unter anderem Arbeitsgruppen zu Irans Atomprogramm und den westlichen Sanktionen geben. Zudem sei ein Gesprächskanal zwischen den Kriegsparteien eingerichtet worden, um Missverständnisse oder Zwischenfälle in der Straße von Hormus zu vermeiden, hieß es weiter. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Gemeinsam mit dem Libanon solle außerdem eine Art Konfliktlösungsstab eingerichtet werden, um für die Einhaltung der Waffenruhe auch im Libanon zu sorgen. In dem Land bekämpfen sich Israel und die proiranische Hisbollah-Miliz. Der iranische Außenminister Abbas Araghchi sprach bei X von einem "großen Erfolg" für ein Ende des "Libanonkriegs". Die technischen Gespräche zur Umsetzung der Vereinbarungen sollen demnach den Rest der Woche im schweizerischen Luxusresort Bürgenstock fortgesetzt werden. "Die Vermittler werden weiterhin alles in ihrer Macht Stehende tun, um sicherzustellen, dass die Verhandlungen weiterhin in einer konstruktiven Atmosphäre geführt werden, mit dem Ziel, eine endgültige Einigung zu erzielen." Fast vier Monate nach Beginn des Irankriegs hatten am Sonntag in einem Luxushotel auf dem Berg Bürgenstock in den Schweizer Alpen Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein endgültiges Friedensabkommen begonnen. Für die US-Seite nahmen Vizepräsident JD Vance, der Sondergesandte Steve Witkoff und Jared Kushner, Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, teil. Der iranischen Verhandlungsdelegation gehörte neben Araghchi auch Chefunterhändler Mohammad Bagher Ghalibaf an. Die iranische Delegation hatte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zwischenzeitlich die Verhandlungen unterbrochen. Grund waren Drohungen von US-Präsident Trump mit neuen Angriffen auf Iran wegen Teherans Unterstützung der Hisbollah-Miliz im Libanon (mehr dazu hier). Am vergangenen Mittwoch hatten Iran und die USA ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges geschlossen. Dieses sieht eine sofortige Waffenruhe für die gesamte Region einschließlich des Libanon vor. Allerdings waren Israel und die Hisbollah an dem Abkommen nicht beteiligt.