US-Regierung droht »Pool-Vandalen« mit voller Härte des Gesetzes

Datum22.06.2026 03:41

Quellewww.spiegel.de

TLDRNach der teuren Sanierung leuchtet der Reflecting Pool in Washington unansehnlich grün. US-Präsident Trump beschuldigt Vandalen und fordert harte Strafen. Die Staatsanwältin droht Verhafteten mit dem vollen Gesetz. Trump nennt namentlich einen TV-Journalisten als mutmaßlichen Verursacher, liefert aber keine Beweise. Chemikalien wurden zur Algenbekämpfung eingesetzt, was die Farbe beeinträchtigte. Einer der Festgenommenen gab an, die sich ablösende Beschichtung gefühlt zu haben.

InhaltDonald Trump wähnt Vandalismus hinter dem Debakel um den Reflecting Pool in Washington – auch einen TV-Moderator hat er im Visier. Eine Staatsanwältin erklärt nun: Wer erwischt wird, bekommt gewaltigen Ärger. Mit viel Tamtam – und diversen Millionen aus Steuermitteln – hat Donald Trump zuletzt den Reflecting Pool in der US-Hauptstadt sanieren lassen. Doch statt patriotisch blau, wie versprochen, leuchtet das historische Becken derzeit eher algengrün. Dazu löst sich der neue Bodenbelag offenbar ab. Für den US-Präsidenten ist das eine Blamage. Doch Trump wäre nicht Trump, hätte er nicht schon jemanden gefunden, auf den er die Schuld abwälzen kann. Mehrere Personen seien wegen Vandalismus festgenommen worden, schrieb er zuletzt bei Truth Social  . Für die "sehr ernsthaften Straftaten" sollten sie mehrere Jahre ins Gefängnis kommen, forderte er. In einem zweiten Beitrag  wurde er ausführlicher: "Im Zusammenhang mit dem skandalösen Vandalismus an unserem wunderschönen Reflecting Pool wurden zahlreiche weitere Personen festgenommen." Jetzt äußerte sich auch die US-Staatsanwältin für Washington, D.C. zu dem Fall. Jeanine Pirro, von Trump ins Amt gehoben, erklärte im rechten Sender Fox News: "Jeder, der bei Beschädigungen erwischt wird oder auch nur beim Versuch, muss mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen." Trump erwähnte am Wochenende unter anderem den TV-Journalisten Jonathan Karl. Dieser habe, so Trump, "versucht, die Gummibeschichtung abzureißen". Karls Sender ABC News äußerte sich nicht. Der US-Präsident erklärte weiter, mehrere Personen hätten mit einer Art Klinge einen rund 76 Meter langen Riss in der "wunderschönen Fassade" verursacht. Außerdem hätten sie ätzende und zerstörerische Chemikalien in den Pool gegossen, so Trump. Belege lieferte er nicht. Allerdings hatten zuletzt zahlreiche Behördenmitarbeiter kanisterweise Chemikalien in das Becken gegossen, um die Algenblüte zu bremsen. Der Pool gehört zu den bekanntesten Wahrzeichen der US-Hauptstadt. Das rund 600 Meter lange Wasserbecken liegt zwischen dem Lincoln Memorial und dem Washington Monument. Trump hatte die Anlage für rund 14,2 Millionen Dollar (etwa 12,4 Millionen Euro) renovieren lassen. Der Auftrag war – wie schon bei anderen von Trump initiierten Projekten – ohne Ausschreibung vergeben worden (mehr dazu hier ). Trump argumentierte mit einer angeblichen Dringlichkeit: Am 4. Juli finden die Feierlichkeiten zum 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten statt. Im Zuge der Sanierung wurde der Boden mit einer dunkelblauen Beschichtung versehen, die Trump als "amerikanisches Flaggenblau" bezeichnete. In den vergangenen Tagen färbte sich das Wasser aufgrund von Algen allerdings grün. Außerdem blätterte die blaue Farbe auf dem Boden teils ab. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Bei einem der Festgenommenen handelt es sich um David Hearn, 67, aus Bethesda im Bundesstaat Maryland. Der ehemalige olympische Kanurennfahrer hielt am vergangenen Freitag nach einer Radtour an dem Pool an, wie er der Nachrichtenagentur AP sagte. Er habe in das Becken gegriffen, weil er die sich ablösende neue Beschichtung habe fühlen wollen. "Ich bin ein neugieriger Bürger." Er sei fast fünf Stunden lang festgehalten worden, bevor er am Freitagabend wieder freigekommen sei.