Sparpläne von Schwarz-Rot: Krankenhausverband warnt, dass jede zweite Klinik pleitegehen könnte

Datum22.06.2026 01:40

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt vor einer Pleitewelle und einem massiven Arbeitsplatzabbau, falls die Sparpläne von Gesundheitsministerin Warken umgesetzt werden. Demnach könnten 2030 fast die Hälfte der Kliniken pleitegehen und 140.000 Arbeitsplätze wegfallen. Die DKG unterstützt zwar die Ziele der Krankenhausreform, fordert jedoch eine schrittweise und geordnete Umsetzung über zehn Jahre, da die geplanten Kürzungen die Krankenhäuser überfordern würden.

InhaltDie Deutsche Krankenhausgesellschaft malt ein düsteres Szenario: Sollte das Sparpaket von Gesundheitsministerin Warken in seiner jetzigen Form kommen, drohe eine Pleite- und Entlassungswelle an deutschen Kliniken. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) warnt vor einer Pleitewelle und einem massiven Arbeitsplatzabbau in der Branche wegen der Sparpläne der schwarz-roten Regierung. "Kommen die Einsparungen wie geplant, verlieren wir 2027 insgesamt acht Prozent unserer Erlöse", sagte Verbandschef Gerald Gaß dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass in diesem Fall 2030 49 Prozent aller Krankenhausstandorte eine hohe Ausfallwahrscheinlichkeit haben werden", sagte er weiter. "Übersetzt heißt das: Es ist damit zu rechnen, dass jede zweite Klinik pleitegeht." Nach Berechnungen der DKG müssten die Kliniken zudem jeden zehnten Arbeitsplatz abbauen, falls die Einsparungen von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) wie geplant umgesetzt werden. Betroffen wären damit rund 140.000 Beschäftigte. Die Kürzungen träfen eine Branche, die bereits am Limit arbeite, sagte Gaß (mehr dazu, was der neue Gesetzentwurf vorsieht, erfahren Sie hier im Überblick ). Gaß betonte zugleich, dass sein Verband die Ziele der Krankenhausreform grundsätzlich unterstütze. Dazu gehörten eine stärkere Spezialisierung, die Fusion kleinerer Häuser und neue Versorgungsstrukturen. Dieser Umbau müsse jedoch geordnet und schrittweise über etwa zehn Jahre erfolgen. "Ich bleibe dabei, dass wir künftig auf 400 bis 500 klassische Krankenhausstandorte verzichten könnten", sagte Gaß. Viele Häuser, die erhalten oder umgewandelt werden sollten, würden die geplanten Kürzungen jedoch womöglich nicht überstehen. Schon im April hatte Gaß Warkens Sparpläne attackiert: "Ein derart planloses und gleichzeitig radikales Vorgehen hat es in der Gesundheitspolitik so noch nicht gegeben", sagte er damals. Mit dem Beitragssatzstabilisierungsgesetz will Warken die Finanzlage der gesetzlichen Krankenversicherung verbessern. Gegen Teile des Vorhabens gibt es Widerstand – unter anderem von Ländern und Krankenhausvertretern (mehr dazu hier ).