Datum22.06.2026 00:38
Quellewww.zeit.de
TLDRDer schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) fordert den neuen Linken-Co-Chef Luigi Pantisano zum Rücktritt auf. Pantisano hatte der CDU "faschistische Politik" vorgeworfen und damit "geschichtsvergessen" agiert, so Günther. Pantisano distanzierte sich später nur teilweise von seiner Aussage, bezeichnete sie als "unglücklich", erneuerte aber seine Kritik. Die Äußerung löste parteiübergreifend und innerhalb der Linken Kritik aus.
InhaltDer Parteichef der Linken hat der CDU "faschistische Politik" vorgeworfen. Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein kritisiert die Aussage als "geschichtsvergessen". Der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther (CDU), hat den neugewählten Co-Chef der Linkspartei, Luigi Pantisano, zum Rücktritt aufgefordert. "Wer die CDU mit Faschisten und der AfD gleichsetzt, hat sich für jeden ernsthaften demokratischen Austausch disqualifiziert. Das ist geschichtsvergessen", sagte Günther der Bild-Zeitung. Jemand wie Pantisano könne für Demokratinnen und Demokraten kein Ansprechpartner sein und sollte die Politik schnellstmöglich verlassen. Pantisano hatte in einem Interview mit Bild-TV am Wochenende gesagt, dass es letztlich "kaum einen Unterschied" gebe "zwischen der CDU, die faschistische Politik macht, und den Faschisten selbst". Zuvor hatte sich Pantisano in der ARD noch für mögliche Bündnisse mit der CDU auf Landesebene ausgesprochen, um eine AfD-Regierung zu verhindern. Kurz vor seiner Wahl beim Parteitag ruderte Pantisano schließlich zurück und bezeichnete die Formulierung in einem weiteren Interview als "unglücklich" und "verkürzt", erneuerte aber seine Kritik an der "menschenfeindlichen Politik" der CDU. Zum Faschismusvorwurf sagte Pantisano: Die CDU setze "in vielen Teilen" die Politik der AfD um. Unionspolitiker sprachen bezüglich der Faschismus-Aussage von Pantisano von einer "bodenlosen Frechheit" und einer "Entgleisung". Auch innerhalb der Linkspartei löste Pantisanos Äußerung Irritationen aus. Pantisano war am Wochenende beim Parteitag der Linkspartei in Potsdam zum neuen Co-Chef gewählt worden. Dabei stimmten gut 53 Prozent für den Stuttgarter Bundestagsabgeordneten. Co-Parteichefin Ines Schwerdtner wurde mit knapp 86 Prozent der Delegiertenstimmen im Amt bestätigt.