Datum21.06.2026 16:15
Quellewww.spiegel.de
TLDRDeutschland ist Gruppensieger und trifft voraussichtlich im WM-Sechzehntelfinale auf Schottland. Aufgrund einer neuen Regelung kommen nun auch die besten Gruppendritten weiter. Schottland ist aktuell Tabellendritter und könnte damit auf Deutschland treffen. Das Spiel findet am 29. Juni bei Boston statt und birgt das Potenzial für eine Wiederholung der Fan-Freundschaft von der EM 2024.
InhaltDeutschland steht als Gruppensieger in der K.o.-Phase. Wer wartet dort als Gegner? Es gibt noch viele Optionen, aber in der wahrscheinlichsten Antwort wartet im Sechzehntelfinale ein Wiedersehen mit Schottland. Im Sommer 2024 verliebten sich schottische Fans in Deutschland. Und Deutschland verliebte sich in schottische Fans. Es war ein wahrer Sommerflirt rund um die EM 2024 in Deutschland, als die Schotten in ihrem Teamquartier in Garmisch-Partenkirchen und an vielen anderen EM-Standorten gute Laune verbreiteten. Hinterher gab es gar eine Petition, dass Schottland und Deutschland jährlich ein Testspiel bestreiten sollten. Wenn man so will, dann gehen die Schotten aktuell den Deutschen fremd. Denn in diesen Tagen haben sich die USA in Schottland verliebt, genauer gesagt Boston. Wieder: Schotten, die einerseits als trinkfest beschrieben werden, sich aber auch zu benehmen wissen und ausgelassene Fröhlichkeit verbreiten. Lesen Sie hier die SPIEGEL-Reportage zu den Schotten in Boston. Diese Schotten könnten jetzt tatsächlich Deutschlands Gegner im Sechzehntelfinale werden – und dann auch noch in der neuen schottischen Wahlheimat Boston. Es wäre vermutlich ein deutsches Auswärtsspiel. Aber die Rechnung in diesem Spielplan mit 48 Mannschaften ist kompliziert, es sind auch noch viele andere Gegner möglich. Hier kommt der Versuch einer Erklärung: Bislang ist nur klar, dass die DFB-Auswahl am 29. Juni in Foxborough bei Boston im Stadion des Footballteams New England Patriots ihr erstes K.-o.-Spiel seit zwölf Jahren bei einer WM bestreiten wird. Dann wird es also inzwischen zwölf Jahre alte Kinder geben, die erstmals in den Genuss eines solchen Spiels kommen. Der Gegner könnte Schottland sein, könnte. Denn der Kontrahent wird einer der besten acht von zwölf Gruppendritten sein, die mit der Erweiterung der WM auf 48 statt bisher 32 Teams jetzt auch eine Runde weiterkommen. Fest steht bereits, dass dieser Dritte aus den Gruppen A, B, C, D oder F kommen wird. So gibt es der vom Fußball-Weltverband Fifa festgelegte Modus vor. Schottland ist tatsächlich nach zwei von drei Partien Dritter und spielt in der Gruppe C. Damit kommen die Schotten aus jener Gruppe, die am wahrscheinlichsten den deutschen Gegner im Sechzehntelfinale stellen wird. Warum? Das ist reine Mathematik. Vor Turnierbeginn gab es 495 unterschiedliche Möglichkeiten bei der Frage, aus welchen der zwölf Gruppen die acht besten Dritten kommen und auf welche Gruppensieger sie treffen können. Wer tiefer einsteigen möchte, Sie können alle Möglichkeiten im Playbook der Fifa nachlesen, hier ab Seite 41. Für Deutschland als den sicheren Ersten der Gruppe E ist angesichts all dieser Möglichkeiten der wahrscheinlichste Gegner ein Dritter aus der Gruppe C (in 231 Fällen von 495) oder D (in 212 Fällen). In 35 Fällen kommt der Gegner aus der Gruppe F. In 16 Fällen aus der Gruppe A. In nur einem Fall aus der Gruppe B. Die besten acht der zwölf Gruppendritten werden nach der Vorrunde in einer gesonderten Tabelle bewertet. Die Rangfolge wird wie folgt ermittelt: zunächst die erzielten Punkte, danach die Tordifferenz und die Anzahl der erzielten Tore. Besteht dann noch Gleichstand, folgt die Fair-Play-Wertung. Zuletzt entscheidet die Platzierung in der Fifa-Weltrangliste über die Reihenfolge. Schottland ist mit bisher drei Punkten und einem ausgeglichenen Torverhältnis auf einem guten Weg, als einer der besten Gruppendritten hervorzugehen und damit auch auf einem guten Weg zu einem Wiedersehen mit Deutschland. Bei der Heim-EM vor zwei Jahren hatte Deutschland bereits sein Auftaktspiel gegen die Schotten bestritten. Der Endstand damals: 5:1. Hinterher feierten Deutsche und Schotten trotzdem zusammen. Es war der Beginn einer besonderen Fan-Freundschaft.