Datum21.06.2026 16:11
Quellewww.zeit.de
TLDRBritische Medien berichten von einem möglichen Rücktritt des Premierministers Keir Starmer am Montag. Starker interner Druck und der Wahlerfolg seines Rivalen Andy Burnham, der Starmer beerben möchte, verschärfen die Lage. Starmer prüft angesichts diverser Skandale und schlechter Umfragewerte seine Optionen. Trotzdem gab die Regierung an, Starmer wolle im Amt bleiben.
InhaltMehrere britische Medien berichten, Keir Starmer könne bereits am Montag seinen Rücktritt ankündigen. Der Druck auf den britischen Premier war zuletzt gestiegen. Der britische Premierminister Keir Starmer steht mehreren Medienberichten zufolge vor einem möglichen Rücktritt. Die britische Sonntagszeitung The Observer und die britische Tageszeitung Guardian berichteten, Starmer könne bereits am Montag seinen Rückzug ankündigen und einen Zeitplan für seinen Abgang vorlegen. Der Sunday Telegraph berichtete unter Berufung auf Verbündete Starmers, er sei "bereit" zu gehen. Den Berichten zufolge legten ihm seit Freitag zahlreiche Abgeordnete und Kabinettsmitglieder einen Rücktritt nahe, darunter nach Informationen des Senders Sky auch hochrangige Figuren wie Außenministerin Yvette Cooper. Aus Regierungskreisen wurden die Gerüchte um einen Rücktritt des Premiers bislang dementiert. Demnach konzentriere sich Starmer weiterhin auf seine Amtsgeschäfte. Er habe keinen Grund zu der Annahme, dass die Berichte zuträfen, sagte Wirtschaftsminister Peter Kyle dem britischen Sender Sky News. Angesichts der Rücktrittsforderungen aus den eigenen Reihen prüfe der britische Premierminister Keir Starmer die ihm verbleibenden politischen Optionen. Starmer nehme sich "Zeit, um über die politischen Realitäten, Herausforderungen und Chancen nachzudenken, die sich ihm stellen", sagte Parteikollege Kyle weiter. Hintergrund der Rücktrittsgerüchte ist, dass sich der Druck auf den britischen Premier zuletzt deutlich verschärft hatte. Auslöser war unter anderem der Einzug seines parteiinternen Rivalen Andy Burnham ins Parlament. Am Donnerstag hatte Burnham die Nachwahl für einen Sitz im britischen Unterhaus in nordenglischen Wahlkreis Makerfield klar mit knapp 55 Prozent der Stimmen gewonnen. Burnham hatte bereits erklärt, Starmer als Parteichef und Premierminister ablösen zu wollen. Mit dem Sitz im Unterhaus erfüllt der 55-Jährige nun die formellen Voraussetzungen, um für den Vorsitz der Labour-Partei und damit auch das Amt des Regierungschefs kandidieren. Starmer, der im Juli 2024 ins Amt gewählt worden war, hatte zuletzt mit mehreren Affären und einer empfindlichen Niederlage seiner Labour-Partei bei den Kommunal- und Regionalwahlen im Mai zu kämpfen. Mehrere Mitglieder seiner Regierung mussten im Verlaufe seiner Amtszeit bereits zurücktreten. Während seine Umfragewerte abgestürzt sind, gilt Burnham als ehemaliger Bürgermeister von Manchester als einer der beliebtesten Politiker Großbritanniens. Starmer selbst hatte zuletzt dennoch erklärt, im Amt bleiben und sich einem möglichen parteiinternen Machtkampf stellen zu wollen. Der BBC zufolge hieß es vonseiten der Regierung noch am Samstagabend, dass sich an der Position des Premiers seit Freitag nichts geändert habe. Da hatte Starmer nach dem Wahlerfolg von Burnham angekündigt, weiter im Amt bleiben und sich jeder möglichen Wahl um den Parteivorsitz stellen zu wollen.