Könige müssen keine Einkommensteuer zahlen: Charles III. will königliche Finanzen offenlegen

Datum21.06.2026 16:05

Quellewww.spiegel.de

TLDRKönig Charles III. bricht mit Traditionen und will als erster britischer Monarch seine Steuerzahlungen offenlegen. Dieser Schritt, der eine größere Transparenz im Königshaus anstrebt, könnte durch Kritik an der Finanzpraxis des Königshauses, insbesondere nach Skandalen um Prinz Andrew, ausgelöst worden sein. König Charles hat dies selbst verfügt, um die königlichen Finanzen verständlicher zu machen. Die Veröffentlichung soll im Rahmen des jährlichen Finanzberichts erfolgen und neben der Einkommensteuer auch Erträge aus königlichen Gütern umfassen.

InhaltAls erster britischer König will Charles III. seine Steuerzahlungen publik machen. Ziel sei eine größere Transparenz. Dazu veranlasst haben könnte ihn Kritik am Königshaus nach Skandalen um den früheren Prinzen Andrew. Charles III. will als erster britischer König seine Steuerzahlungen offenlegen. Ziel sei eine größere Transparenz, berichteten britische Medien am Samstag unter Berufung auf den Buckingham Palace. Der König habe diesen Schritt ausdrücklich selbst gewünscht. "Unser Ziel ist es, alle Elemente der königlichen Finanzen so zu erklären, dass mehr Klarheit und Zugänglichkeit entsteht", wurde ein Sprecher des Königspalastes zitiert. "Um es einfach auszudrücken: Wir modernisieren und entwickeln uns weiter." Die britische Rundfunkanstalt BBC erklärte, die Steuerzahlungen des Königs sollten am Donnerstag als Teil des Berichts über die königlichen Finanzen veröffentlicht werden. Dieser umfasse auch die Steuer auf seine Gewinne aus dem Herzogtum Lancaster sowie Erträge aus den privaten Landsitzen des Königs, etwa Sandringham und Balmoral. Das Immobiliengeschäft, zu dem Anwesen im Norden Englands und Immobilien in Zentrallondon zählen, trägt zu großen Teilen zum Einkommen des Monarchen bei. Die britischen Könige und Königinnen müssen laut Gesetz keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer und keine Erbschaftsteuer zahlen. Königin Elizabeth II. begann aber 1993 damit, freiwillig Einkommensteuer und Kapitalertragsteuer zu entrichten. Charles wiederum hatte in seiner Zeit als Prinz of Wales seine Steuerzahlungen offengelegt, bevor er 2022 nach dem Tod seiner Mutter den Thron bestieg. Im Zuge des Skandals um den früheren Prinzen Andrew ist der Druck auf das Königshaus gestiegen, transparenter bei seinen Finanzen zu sein. Anfang Juni war bekannt geworden, dass der wegen seiner Verbindungen zum verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein in Ungnade gefallene Andrew sein Einkommen jahrelang mit der Untervermietung von Cottages auf einem königlichen Anwesen aufbesserte, auf dem er selbst quasi mietfrei wohnte.