Datum21.06.2026 14:22
Quellewww.zeit.de
TLDRTaiwan kündigt eine fünftägige Militärübung an, um die Kampfbereitschaft gegen China zu testen. Die Übung soll realistische Angriffsszenarien simulieren. Dies geschieht nach jüngsten Einflügen chinesischer Kampfflugzeuge in Taiwans Luftraum, die das strategische Ziel Chinas untermauern, die Insel zu vereinnahmen. Taiwan hofft auch auf die Freigabe eines Waffenlieferungsdeals mit den USA zur Stärkung seiner Verteidigungsfähigkeit angesichts der steigenden Bedrohungslage.
InhaltNachdem erneut zahlreiche Kampfflugzeuge in Taiwans Luftraum eingedrungen sind, kündigt die Inselrepublik eine Militärübung an. Sie soll fast die ganze Woche andauern. Die Streitkräfte von Taiwan sollen kommende Woche eine fünftägige Militärübung abhalten, bei der die Kampfbereitschaft des Landes erprobt wird. Das teilte das taiwanesische Verteidigungsministerium mit. Die Übung ist Teil eines Modernisierungsplans des Ministeriums, durch den das Militär realistischere Angriffsszenarien durch China üben soll. China führt regelmäßig militärische Manöver rund um Taiwan durch. Die Inselrepublik wirft China dabei vor, es mit militärischer Einschüchterung zu bedrohen. Die Volksrepublik betrachtet das demokratisch regierte Taiwan als eigenen Landesteil, der – notfalls mit militärischer Gewalt – wieder mit Festlandchina vereint werden soll. Das taiwanesische Militär richtet einige seiner Übungen auf ein Szenario aus, in dem China eine seiner regelmäßigen Übungen rund um die Insel plötzlich in einen tatsächlichen Angriff umwandelt. Die nun angekündigte "Übung zur sofortigen Kampfbereitschaft" werde am Montag beginnen und bis Freitag andauern, teilte das Verteidigungsministerium mit. Die Ankündigung kommt unmittelbar, nachdem China taiwanesischen Angaben zufolge zahlreiche Militärflugzeuge in den Luftraum der Insel geschickt hatte. Dabei handelte es sich insgesamt um 21 Flugzeuge, darunter Kampf- und Luftüberwachungsflugzeuge. Das taiwanesische Militär ließ als Reaktion eigene Kampfflugzeuge aufsteigen. Taiwan wartet aktuell außerdem auf die Freigabe eines Rüstungsdeals mit den USA im Umfang von 14 Milliarden Dollar. "Wir brauchen diese Waffen zu Verteidigungszwecken", sagte der ranghöchste diplomatischste Vertreter Taiwans in den USA, Alexander Yui Tah-ray, der Nachrichtenagentur AP Mitte der Woche. Taiwan müsse in die Lage versetzt werden, sich gegen die Volksrepublik zu wehren und in einer Zeit der Krise als Staat zu überleben. Der Verkauf der US-Waffen an Taiwan liegt seit Monaten auf Eis, nachdem US-Präsident Donald Trump die Vereinbarung trotz breiten Rückhalts im Kongress infrage gestellt hatte. Bei einem Treffen im Mai habe er mit Chinas Präsident Xi Jinping detailliert darüber gesprochen, sagte Trump im Anschluss. Seine Äußerungen hatten Bedenken ausgelöst, dass es gar nicht zu dem Deal kommen könnte. Denn China lehnt die Waffenlieferungen wenig überraschend ab. Die USA erkennen Taiwan nicht als eigenständigen Staat an, sind aber der stärkste Unterstützer und Waffenlieferant der Insel. Die US-Regierung ist gesetzlich verpflichtet, Taiwan Mittel zur Selbstverteidigung zur Verfügung zu stellen. Grundsätzlich habe er keine Änderung in dieser politischen Ausrichtung der USA gegenüber Taiwan wahrgenommen, sagte Yui, und man respektiere natürlich das Tempo der Entscheidungen in Washington. Aber das Ausmaß der Bedrohung durch China sei derzeit "ziemlich hoch".