Datum21.06.2026 06:49
Quellewww.spiegel.de
TLDRAcht Schwimmbrillen von Marken wie Arena, Speedo und Zoggs wurden von Triathleten getestet. Kriterien waren Dichtigkeit, Komfort, Sichtfeld und Gläser. Während teurere Modelle wie die Speedo Fastskin Hyper Elite ideal für Wettkämpfer sind, eignen sich günstigere Varianten wie die Zoggs Fusion Air für Gelegenheits- oder Freizeitschwimmer. Die wichtigste Funktion der Brille ist der Schutz der Augen vor Chlor, Salz und Keimen.
InhaltEine Schwimmbrille schützt vor Chlor und Bakterien. Zusammen mit Triathleten haben wir acht Modelle für Anfänger und Profis getestet. Nur ein Exemplar fiel durch. Dieser Text enthält mit dem Hinweis "Anzeige" gekennzeichnete Affiliate-Links, über die der Verlag, aber nie der Autor individuell, bei Verkäufen eine geringe Provision vom Händler erhält. Wer regelmäßig schwimmen geht, weiß: Eine Schwimmbrille schützt die Augen. Nicht nur vor dem Chlor in Hallen- und Freibädern, sondern auch vor Reizungen durch Salz im Meer oder Keimen in Seen und Flüssen. Mit getönten Gläsern schwimmt es sich bei Sonnenschein viel angenehmer. Und nicht zuletzt: Beim Kraulen hat man mit einer Schwimmbrille viel bessere Sicht als ohne. Die von uns getesteten Modelle sind ausschließlich zum Schwimmen gedacht. Anders als Tauchermasken bedecken sie die Nase nicht, sodass kein Druckausgleich durchgeführt werden kann. Zudem werden die Brillen stärker an die Augen gepresst, je tiefer man taucht. Das merkt man schon, wenn man versucht, damit die dreieinhalb Meter bis zum Hallenboden zu tauchen. Wir haben alle Schwimmbrillen von Triathleten des FC St. Pauli Triathlon testen lassen. Trainer Arturo Blohm und einige Schwimmer und Schwimmerinnen zweier Leistungsstufen haben sie beim Training im Hallenbad ausprobiert und bewertet. Im Bild oben zu sehen: Carlos Mora, Anja Tillema, Arturo Blohm, Lisa Ischebeck und Javier Axpe. Wir haben acht Modelle getestet. Trotz unterschiedlicher Kopfgrößen und Gesichtsformen hielten sie alle bei unseren Testschwimmern und -schwimmerinnen dicht. Unterschiede gab es bei der Bequemlichkeit, dem Sichtfeld und den Gläsern. Wobei letzteres beim Kauf meist beeinflussbar ist: Viele Schwimmbrillen sind mit mehr oder weniger getönten Gläsern erhältlich. Einige auch mit Verspiegelungen als Blendschutz. Generell kann man sagen: In der Halle sind (starke) Tönungen unnötig oder sogar zu dunkel. Wer viel im Freien schwimmt, wird sich mit einer kräftigen Tönung und vielleicht auch mit einem UV-Schutz auf den Gläsern dagegen wohler fühlen. Ob eine Brille hydrodynamisch optimiert sein muss – also bei der Bewegung durchs Wasser möglichst wenig Widerstand bietet – ist nur dann wichtig, wenn es um den Wettkampf und eine möglichst hohe Geschwindigkeit geht. In anderen Fällen sollten Tragekomfort, die Größe des Sichtfeldes, Blendschutz und der sichere Sitz Auswahlkriterien sein. Gut trainierte und schnelle Schwimmerinnen und Schwimmer werden vermutlich mit der Speedo Fastskin Hyper Elite Mirror glücklich. Oder mit der noch teureren Cobra Edge Swipe Mirror von Arena. Wer einfach nur seine Bahnen zieht, kann beruhigt zu einem günstigen Modell wie der Fusion Air von Zoggs, der Biofuse 2.0 von Speedo oder der Arena The One Plus greifen. Diese Brillen haben wir getestet: Die Air Sonic gibt es von Arena mit und ohne verspiegelte Gläser. Im Test hatten wir die teurere Variante mit farbig verspiegelten Gläsern und einer leichten Tönung, die im Hallenbad ausreichend hell ist, sich aber in erster Linie fürs Schwimmen im Freien anbietet. Das Gummiband ist doppelt gehalten; für eine persönliche Anpassung liefert Arena drei Nasenstege mit. Das funktionierte bei den Testerinnen und Testern gut. Arena positioniert die Brille mit ihren kleinen Gläsern und dem entsprechend engen Sichtfeld im Profibereich. Tatsächlich zeigten sich vorwiegend die fortgeschrittenen Schwimmer mit der Air Sonic zufrieden. Einige der weniger fortgeschrittenen bemängelten einen zu engen Sitz. Arena bietet die Brille in diversen Farben an, die jeweils nur kurze Zeit im Markt bleiben. Fazit: Eine nicht allzu teure Brille für sportliche Schwimmerinnen, die sich auch für Wettkampfeinsätze eignet. Die The One Plus hat große Gläser und einen nicht wechselbaren, aber flexiblen Nasensteg. Das Kopfband ist am Hinterkopf gesplittet und verteilt den Druck gleichmäßig. Es wird über Ratschen an den Seiten angepasst. Das geht schneller als mit den sonst üblichen Schnallen. Im Test hatten wir ein Modell mit klaren Gläsern, das nur für Hallenbäder geeignet ist. Wer bei Sonnenschein draußen schwimmen möchte, sollte eine Variante mit getönten Gläsern wählen, die nicht teurer ist. In jedem Fall haben die Gläser eine neuartige Anti-Beschlag-Schicht, die sich im Test bewährte. Die Gruppe der moderaten Schwimmer zeigte sich durchweg mit dem großen Sichtfeld und der komfortablen Passform zufrieden. Ein männlicher Tester wollte sie sofort kaufen. Den fortgeschrittenen Schwimmern und Schwimmerinnen sind die Gläser zu groß. Aber schlecht sei die Brille auch nicht – "solide, aber nichts Besonderes", hieß es von den schnellen Schwimmern. Fazit: Eine bequeme Schwimmbrille mit großem Sichtfeld. Nichts für Leistungssportler, aber gut für Gelegenheitsschwimmer. Die Cobra Edge Swipe Mirror richtet sich an schnelle Schwimmer. Mit hydrodynamisch geformten Gläsern soll sie nur wenig Widerstand bieten. Trotz der kleinen Gläser stoßen die Wimpern nicht an. Auch bleibt der Blick, zumindest zu den Seiten, ungestört. Die Gläser der Profi-Brille sind mit einer Anti-Beschlag-Technologie ausgerüstet, die angeblich für die zehnfache Dauer an Beschlagfreiheit sorgen soll. Das lässt sich kaum überprüfen. Durch einfaches Wischen mit dem Finger unter Wasser kann die Beschlagfreiheit wieder hergestellt werden. Arena liefert fünf Nasenstege zur Anpassung mit. Dennoch waren einige Schwimmer der Ansicht, sie eigne sich eher für Personen mit schmalen Gesichtern. Eine der fortgeschrittenen Schwimmerinnen war von der teuren Brille begeistert und vergab spontan die Note 1. Mehrere andere gaben an, sich mit der Brille im Wasser schnell zu fühlen. Fazit: Eine Brille für schnelle Schwimmerinnen. Die Anti-Beschlag-Schicht überzeugt. Im Vergleich allerdings teuer. Die Biofuse 2.0 hatten wir in einer genderneutralen und einer Variante für Frauen im Test. Letztere ist etwas schmaler. Trotzdem bieten beide Versionen ein breites Sichtfeld. Es gibt sie mit diversen Tönungsgraden und verspiegelten Gläsern. Das Band läuft am Hinterkopf doppelt, an den Seiten gibt es einen Ratschenmechanismus, mit dem das Band per Knopfdruck eingestellt wird. Der Nasensteg der Biofuse 2.0 ist fest montiert. Dennoch passte die Brille allen Schwimmerinnen gut, was auch an dem sehr weichen Dichtungsgummi liegt, das sich an unterschiedliche Gesichtsformen anpasst. Die Einteilung in eine universelle und eine Frauenvariante entpuppte sich als nicht hilfreich. Im Test bevorzugten die Männer das schmale Frauenmodell, eine der Frauen die Unisex-Variante. Generell lautete das Urteil: Eine gute Brille für alle, die lediglich ein paar Bahnen schwimmen. Aber nichts für Wettkampfeinsätze. Fazit: Die Biofuse 2.0 ist eine Allround-Brille, vorwiegend für Gelegenheitsschwimmerinnen. Das Modell für Frauen passt auch Männern. Die Fastskin Hyper Elite ist eine Brille für Schwimmwettkämpfe. Entsprechend schmal und hydrodynamisch sind die Gläser. Das Sichtfeld ist nach oben und unten eingeschränkt, zu den Seiten gibt es keine Einschränkungen. Die verspiegelten Gläser bieten einen guten Blendschutz, sind aber auch in der Halle ausreichend hell. Zur Anpassung liefert Speedo drei Nasenstege mit. Das doppelt laufende Band lässt sich einfach verstellen. Im Test kamen fast alle fortgeschrittenen Schwimmerinnen und Schwimmer hervorragend mit der Fastskin Hyper Elite klar. Mehr noch: Für den größten Teil der Wettkampf-Schwimmer war die Speedo-Brille auch die beste im Testfeld. Fazit: Für den Wettkampf und zum schnellen "Bahnenziehen" ideal. Aber nicht günstig. Die Fusion Air von Zoggs sehen unspektakulär aus und sind es auch. Das muss nicht schlecht sein: Die Polsterung ist weich und hält dicht, die Gläser sind leicht blau getönt und Zoggs liefert drei Nasenstege für eine individuelle Anpassung mit. Das doppelte Band ermöglicht einen bequemen Sitz, eine Anti-Fog-Beschichtung sorgt dafür, dass die Gläser nicht so schnell beschlagen. Obwohl Zoggs die Brille nicht für Wettkampfeinsätze anpreist, waren sie für die fortgeschrittenen Schwimmer nach der oben beschriebenen Fastskin Hyper Elite die zweitbeste Wahl. Die andere Gruppe war zufrieden und vergab ein "Gut". Fazit: Optisch unspektakulär, aber oberer Durchschnitt und auch für schnelle Schwimmer und Schwimmerinnen geeignet. Die Predator bietet Zoggs in zwei Breiten an. Wir hatten die Version für breite Gesichter im Test. Unser Modell war mit großen, klaren Gläsern bestückt. Alternativ kann man getönte oder photochromatische Gläser wählen, die sich der Helligkeit anpassen. Das doppelt laufende Band wird am Hinterkopf stramm gezogen und sorgt für einen bequemen Sitz. Der Nasensteg lässt sich nicht anpassen, wer ein schmales Gesicht hat, sollte dahrer die kleine Variante kaufen. In der Praxis störten sich die fortgeschrittenen Schwimmer beim größeren Modell fast durchweg an zu eng sitzenden Gläsern. Die weniger fortgeschrittenen Schwimmerinnen hatten damit keine Probleme und waren unabhängig vom Geschlecht von der Predator begeistert. Letztlich bleibt die Vermutung, dass die Gläser beim schnellen Schwimmen vom Wasserwiderstand an die Augen gerückt. Fazit: Eine bequeme Schwimmbrille, die mit diversen Glasvarianten erhältlich ist. Abseits von Wettkämpfen darf sie als Alleskönnerin gelten. Die Horizon Flex hat sehr große, verspiegelte Gläser und das größte Sichtfeld aller getesteten Schwimmbrillen. Das Problem: Sie eignet sich nicht zum schnellen Schwimmen. Das attestierten uns alle Schwimmerinnen und Schwimmer, unabhängig von Geschlecht und Trainingsstufe. Bei allen – auch bei den nicht ganz so schnellen Schwimmern – zog der Wasserdruck die Brille früher oder später vom Gesicht. Letztlich ist die Horizon Flex mit ihrem riesigen Sichtfeld daher nur zum gemütlichen Schwimmen geeignet. Das könnte für Menschen sinnvoll sein, die vorwiegend ihre Kontaktlinsen im Wasser schützen wollen. Möglicherweise auch für Surfer oder andere Wassersportler. Trotz des Zusatzes "Mask" im Produktnamen gilt auch hier: Zum Tauchen taugt auch dieses Modell nicht. Fazit. Zu groß für eine Schwimmbrille, als Taucherbrille ungeeignet, aber für manche Sonderfälle genau richtig. Über welche Produkte wir im Tests-Ressort berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen von den Herstellern. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen. Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen werden uns in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen. Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. Wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind, kaufen wir in einigen Fällen auf eigene Kosten Testgeräte. In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und langfristige Leihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen, bevor sie zurückgegeben werden. So können wir beispielsweise über Softwareupdates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen. Oft werden solche Produkte und Rezensionsexemplare zum Beispiel am Ende eines Jahres gesammelt und im Rahmen eines firmeninternen Flohmarktes verkauft, wobei die Erlöse für gemeinnützige Zwecke gespendet werden. Teilweise werden Rezensionsexemplare auch direkt an gemeinnützige Einrichtungen gespendet. In Artikeln des Tests-Ressorts finden sich sogenannte Affiliate-Anzeigen, die Links zu Onlineshops enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link einen dieser Shops und kauft dort ein, wird DER SPIEGEL, aber nie der Autor individuell, in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt. Eine ausführliche Erklärung zu Affiliate-Links finden Sie, wenn Sie auf diesen Link klicken.