Datum21.06.2026 06:42
Quellewww.zeit.de
TLDRUS-Präsident Trump droht dem Iran mit einer Maut für die Straße von Hormus, falls Friedensgespräche scheitern. Diese sollen heute in der Schweiz beginnen. Trump sieht die USA als "Schutzengel" des Nahen Ostens und fordert eine Vergütung. Hintergrund ist der von den USA und Israel ausgelöste Krieg, der zur Sperrung der Straße von Hormus führte. Streitpunkte der Gespräche sind neben Atomprogramm und Waffenruhe im Libanon auch die Situation im Südlibanon.
InhaltUS-Präsident Trump will bei erfolglosen Verhandlungen mit dem Iran eine eigene Maut in der Straße von Hormus erheben. Die Gespräche sollen heute in der Schweiz beginnen. US-Präsident Donald Trump hat für den Fall erfolgloser Friedensgespräche mit dem Iran mit einer US-Maut für die Fahrt durch die Straße von Hormus gedroht. Die USA könnten sich ihre Dienste als "Schutzengel" der Region vergüten lassen, teilte Trump auf seiner Plattform Truth Social mit. Es werde für die in dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran festgelegte Zeit von 60 Tagen keine Gebühren in der Meerenge geben, schrieb Trump und auch nicht nachdem diese Frist abgelaufen sei – "außer sie werden durch die Vereinigten Staaten von Amerika erhoben, sollte kein Abkommen abgeschlossen werden." Was genau er mit der Bezeichnung der USA als "Schutzengel für die Länder des Nahen Ostens" meinte, ließ er offen. Die USA und Israel hatten Ende Februar den Iran angegriffen und so den Krieg in der Region ausgelöst, der zur Schließung der Straße von Hormus führte. Die USA und der Iran haben vergangene Woche ein Rahmenabkommen unterzeichnet, in dem sie sich auf gemeinsame Friedensgespräche unter bestimmten Bedingungen geeinigt hatten. Diese Gespräche sollen heute im Luxusresort Bürgenstock unweit von Luzern in der Schweiz beginnen. US-Vizepräsident JD Vance und die iranische Delegation sind dort bereits eingetroffen. Streitpunkt der Verhandlungen ist neben dem iranischen Atomprogramm die Lage im Libanon. Trotz einer erneuten Waffenruhe kam es am Samstag wieder zu Kämpfen zwischen der israelischen Armee und der Hisbollah-Miliz. Der Iran sperrte deswegen nach eigenen Angaben die Straße von Hormus erneut für die Durchfahrt aller Schiffe. Der Iran fordert die Einhaltung der Waffenruhe und einen Abzug des israelischen Militärs aus dem Südlibanon. Vance zeigte sich vor dem Abflug vorsichtig optimistisch: "Ich denke, wir werden hoffentlich Fortschritte in der Atomfrage erzielen und auch in der Frage der Waffenruhe im Libanon vorankommen", sagte er.