Datum20.06.2026 20:57
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas US-Militär will die Straße von Hormus offen halten, nachdem der Iran eine erneute Schließung angedroht hat. Die USA betonen, dass der Iran die Meerenge nicht kontrolliert und verweisen auf erhöhten Schiffsverkehr. Diese Reaktion erfolgt vor technischen Gesprächen zwischen den USA und dem Iran in der Schweiz, die von Pakistan vermittelt werden. Die Straße von Hormus ist eine entscheidende Handelsroute für rund 20% des globalen Energiehandels.
InhaltSie ist eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt und das US-Militär will sicherstellen, dass sie offen bleibt. Es reagierte damit auf Irans Ankündigung, die Straße von Hormus erneut zu schließen. Sie ist ein Nadelöhr für Schiffe und der einzige Zugang zum Persischen Golf: Nachdem Iran angekündigt hat, die Straße von Hormus erneut zu schließen, bekräftigte das US-Militär, die Meerenge bleibe offen. "Iran kontrolliert die Straße von Hormus nicht", sagte Tim Hawkins, Sprecher des US-Regionalkommandos Centcom. Der Schiffsverkehr habe am Samstag zugenommen, "während die US-Streitkräfte in diesem Gebiet weiterhin zur Wahrung der Freiheit der Schifffahrt im Einsatz waren", teilte das Centcom auf X mit. 55 Schiffe mit unter anderem 17 Millionen Barrel Öl hätten die Meerenge passiert. Damit habe der Verkehr dort zugenommen. Nach der Unterzeichnung des Rahmenabkommens für ein Ende des Irankriegs haben am Donnerstag und Freitag nach Angaben von Schiffsverfolgungsdiensten bereits mehrere Frachtschiffe die Straße von Hormus passiert. Centcom zufolge ist das Militär weiter vor Ort, um sicherzustellen, dass sämtliche Abmachungen des Rahmenabkommens "eingehalten, befolgt und in vollem Umfang umgesetzt werden." Irans zentrales Militärkommando begründete den Schritt, die Straße von Hormus erneut für die Durchfahrt aller Schiffe sperren zu wollen, mit der Nichteinhaltung der Waffenruhe im Südlibanon. Diese war im Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran vereinbart worden. Das Militärkommando drohte mit weiteren Maßnahmen, sollte Israels Armee die Kämpfe im Libanon fortsetzen. Nach Angaben des Vermittlerstaats Pakistan sollen am Sonntag in der Schweiz Gespräche zwischen dem Iran und den USA geführt werden. Diese würden auf technischer Ebene auf dem Bürgenstock in der Nähe von Luzern abgehalten, hieß es in einer Mitteilung des pakistanischen Außenministeriums. Vertreter der Vereinigten Staaten, von Iran sowie der Vermittler Pakistan und Katar würden an den Gesprächen teilnehmen, hieß es weiter. Islamabad werde den Prozess als Mediator weiterhin unterstützen, um die im Rahmenabkommen erzielten Übereinkünfte zu vertiefen. Iran hatte die Straße von Hormus nach Kriegsbeginn am 28. Februar weitgehend blockiert. Durch die Meerespassage werden rund 20 Prozent des globalen Energiehandels abgewickelt. Die Schließung zeigte die Verwundbarkeit globaler Lieferketten und hatte massive Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte.