Donald Trump legt im Foto-Streit nach, Giorgia Meloni weist ihn zurecht

Datum20.06.2026 20:51

Quellewww.spiegel.de

TLDRDonald Trump hat Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erneut kritisiert und ihr unterstellte Bitten um Fotos sowie eine innenpolitisch motivierte Annäherung vorgeworfen. Er kritisierte auch Italiens Weigerung, Landebahnen für den Iran-Einsatz zu gestatten. Meloni wies Trumps Äußerungen als "sinnlos" und "frei erfunden" zurück und betonte, dass ihre Beliebtheit ihn nichts angehe. Italienischer Außenminister Tajani sagte daraufhin einen USA-Besuch ab.

InhaltUS-Präsident Donald Trump und Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni stritten sich am Freitag um einen angeblichen Fotowunsch. Nun hat erst Trump nachgelegt – und dann Meloni. US-Präsident Donald Trump hat sich erneut abfällig über Italiens Ministerpräsidentin Giorgia Meloni geäußert. Meloni habe ihn während des Gipfeltreffens "immer wieder" um ein Foto angefleht, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. Dabei schrieb er Melonis Vornamen falsch als "Gigiorgia". Er warf ihr zudem vor, aus innenpolitischen Gründen die Beziehungen zu den USA kitten zu wollen, nachdem Italien Washingtons militärisches Vorgehen gegen Iran nicht unterstützt habe. "Sie gestattete uns nicht einmal die Nutzung italienischer Landebahnen – ein erheblicher logistischer Nachteil", schrieb Trump. "Jetzt, nachdem die Vereinigten Staaten Iran militärisch besiegt haben, will sie wieder befreundet sein, um ihre ›Umfragewerte aufzubessern‹", hieß es weiter, gefolgt von einem "Nein danke!!!". Meloni wehrte sich kurz darauf bei Instagram und wies diese Kritik zurück. Sie erklärte, die Nutzung der Stützpunkte unterlägen Vereinbarungen, an die sich Rom gehalten habe. "Diese ständigen, unprovozierten Angriffe sind sinnlos", schrieb sie weiter. Mit Trump befreundet zu sein, habe ihrer Beliebtheit sicherlich nicht geholfen. Sie fügte hinzu: "Meine Beliebtheit geht Sie nichts an. Ich schlage vor, Sie konzentrieren sich auf Ihre eigene." In einem am Freitag veröffentlichten Telefoninterview mit dem italienischen Fernsehsender La7 hatte Trump gesagt, Meloni habe ihn beim G7-Gipfel im französischen Évian um ein gemeinsames Foto "angefleht". Einer Abschrift des Senders zufolge, sagte er, er habe zugestimmt, ein Foto mit Meloni zu machen, weil er "Mitleid" mit ihr gehabt habe. Meloni könne sich "glücklich schätzen", dass er sich mit ihr unterhalten habe. "Ich musste gar nicht mit ihr reden." Die italienische Regierungschefin bezeichnete dies als "frei erfunden". Italiens Außenminister Antonio Tajani sagte aus Protest einen geplanten Besuch in den USA ab. Die rechtsgerichtete Politikerin galt zuvor lange Zeit als Brückenbauerin zwischen Europa und den USA. Das Verhältnis verschlechterte sich deutlich, nachdem die Regierungschefin Trumps verbalen Angriff auf Papst Leo XIV. als "inakzeptabel" bezeichnet hatte. Bereits im Januar hatte sich Meloni nach Trumps Zollankündigungen gegen mehrere EU-Länder im Grönlandkonflikt vorsichtig distanziert. Im Irankrieg hatte die 49-Jährige eine italienische Beteiligung an den amerikanisch-israelischen Angriffen abgelehnt. Italien verweigerte zudem mehreren US-Flugzeugen die Landung auf dem Stützpunkt Sigonella auf Sizilien für den Krieg gegen Iran.