Datum20.06.2026 18:48
Quellewww.spiegel.de
TLDRWiebke Winter wurde mit rund 92% der Stimmen zur Spitzenkandidatin der Bremer CDU für die Bürgerschaftswahl gewählt. Sie könnte die erste Frau und die erste CDU-Ministerpräsidentin Bremens werden. Winter, die auf Probleme wie Armut und Bildungsdefizite hinweist, plädiert für Aufbruch und fordert Investitionen in Sicherheit, Digitalisierung und Kinderbetreuung. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss sie aus. Die CDU liegt in Umfragen knapp vor der seit Jahrzehnten regierenden SPD.
InhaltDie CDU hat beim Landesparteitag mit großer Mehrheit für ihre Fraktionsvorsitzende Wiebke Winter als Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl gestimmt. Sie wäre die erste Frau im Amt der Regierungschefin. Die Bremer CDU könnte zum ersten Mal in der Geschichte des Bundeslandes eine Frau ins Ministerpräsidentenamt bringen. Beim Landesparteitag erhielt die Fraktionsvorsitzende Wiebke Winter rund 92 Prozent der abgegebenen Stimmen. Damit ist sie die Spitzenkandidatin für die Bürgerschaftswahl im kommenden Frühjahr. In Bremen haben bislang nur Männer das Amt des Ministerpräsidenten bekleidet. In ihrer Rede drängte Winter ihre Partei zum Aufbruch. "Ich stehe hier, weil ich in Bremen zu oft erlebt habe, dass der Mut fehlte, um loszugehen", sagte die 30-Jährige. Bremen sei das Land mit der bundesweit höchsten Armutsquote, der höchsten Arbeitslosenquote und dem letzten Platz in Bildungsrankings. "Ich will das nicht länger hinnehmen." Die CDU-Politikerin kündigte an, sich für Sicherheit, Digitalisierung, weniger Bürokratie und verlässliche Kinderbetreuung einzusetzen. Eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss sie aus. Winter ist in Kiel geboren und in Bremen aufgewachsen. Die promovierte Juristin ist seit 2021 Mitglied im CDU-Bundesvorstand und Mitgründerin der Klimaunion. Seit drei Jahren ist Winter Abgeordnete der Bremer Bürgerschaft, seit einem Jahr CDU-Fraktionsvorsitzende. Ein Wahlsieg wäre eine Sensation für die CDU, die die größte Oppositionspartei in dem Land ist. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs stellt die SPD den Bürgermeister, derzeit regiert in Bremen eine rot-grün-rote Koalition unter Andreas Bovenschulte (SPD). In einer Umfrage von Infratest dimap für den "Weser-Kurier" im März lag die CDU aber knapp vor den Sozialdemokraten.