Datum20.06.2026 18:44
Quellewww.spiegel.de
TLDRPatrice Aminati kämpft im Endstadium gegen Hautkrebs und kann ihre Krankheit vor ihrer Tochter nicht verbergen. Die Beobachtung ihrer Tochter beim Spielen bestätigte ihr, dass Kinder Krankheiten spüren. Aminati erklärt, dass sie täglich im Krankenhaus ist und zu Hause eine Tablettentherapie erhält. Sie betont die Wichtigkeit eines unterstützenden Netzwerks und warnt vor der Unterschätzung von Hautkrebs als unsichtbarem Feind mit potenziellen Metastasen in vielen Organen.
Inhalt"Hier, Medizin. Mama nimmt auch viele Tabletten." Als ihre Tochter das beim Spielen mit Spielzeugpferden sagte, wurde Patrice Aminati etwas klar: Sie kann ihren Kampf gegen den Hautkrebs nicht verstecken. Es war eine niederschmetternde Diagnose: schwarzer Hautkrebs im Endstadium. Seit drei Jahren kämpft die Influencerin und Moderatorin Patrice Aminati gegen ihre Krankheit. Eine vollständige Heilung sei ausgeschlossen, sagt die 31-jährige Dresdnerin. Doch bei öffentlichen Auftritten gibt sie sich positiv, sie will nach vorn blicken – und das hat auch mit ihrer Rolle als Mutter zu tun. Aminati hat eine dreieinhalb Jahre alte Tochter. Mit ihr Zeit zu verbringen, gebe ihr Kraft, sagte sie kürzlich im ARD-Talk "Hart aber Fair". Doch gleichzeitig sei es auch äußerst herausfordernd, das Muttersein und das Leben mit so einer schweren Krankheit zu verbinden. Darüber sprach Aminata bei einer Veranstaltung für Betroffene, Krebs-Expertinnen und Ärzte in Berlin. Wenn es ihr schlecht gehe, könne sie das vor ihrer Tochter eigenen Angaben zufolge nicht verbergen: "Dein Kind spürt dich, spürt leider mehr, als ich das gedacht habe". Aufgefallen sei ihr das durch die Medikamente, die sie morgens und abends immer "heimlich" nehme. Beim Spielen mit ihren Spielzeugpferden habe ihre Tochter dann gesagt: "Hier, du bekommst Medizin. Mama nimmt auch viele Tabletten." Sie habe das als "Schlag in die Magengrube" empfunden, aber auch als Lektion: "Wir können Kindern nichts vormachen." Momentan ist Aminati laut "Berliner Morgenpost" zwei- bis dreimal wöchentlich im Krankenhaus: für Blutabnahmen, Untersuchungen und regelmäßige Hautchecks. "Zu Hause erhalte ich gerade eine adjuvante, zielgerichtete Tablettentherapie, deren Nebenwirkungen langsam abklingen", sagte sie der Zeitung. "Damit kann ich meinen Alltag ganz gut bewältigen." Allerdings sei sie stark auf ihre Familie angewiesen. Früher sei sie selbst mit ihrem Kind in den Kindergarten gefahren oder zum Einkaufen. Nun komme ihre Mutter morgens und sage: "So, jetzt geht’s los! Wir fahren erst die Kleine und danach in die Uniklinik." Wenn man pflegebedürftig sei und Schmerzen habe, sei es wichtig, ein Netz zu haben, das einen unterstütze, so Aminati. Im Dezember hatte sie die Trennung von ihrem Ehemann bekannt gegeben, dem Fernsehmoderator Daniel Aminati. Bei "Hart aber Fair" warnte Patrice Aminati davor, Hautkrebs als etwas Oberflächliches abzutun, das man einfach wegschneiden könne. Es sei ein "unsichtbarer Feind", der sich im Körper breit machen könne. In ihrem Fall hätten sich Metastasen bereits in vielen Organen gebildet: in der Leber, Nebenniere, Lunge, in den Knochen und im Gehirn. "Eigentlich überall", sagte sie laut "Berliner Morgenpost" 355.000 Menschen werden dieses Jahr in Deutschland wohl an Hautkrebs erkranken. Wie Sie sich selbst untersuchen können und was Sie im Sommer unbedingt lassen sollten .