»Den Leuten einen Scheiß erzählen«: Grünen-Co-Chef Felix Banaszak attackiert Merz mit derben Worten

Datum20.06.2026 14:18

Quellewww.spiegel.de

TLDRGrünen-Co-Chef Felix Banaszak kritisiert Friedrich Merz scharf. Er wirft dem CDU-Vorsitzenden vor, unrealistische Versprechen zu machen und die Bürger zu belügen. Banaszak kritisiert Merz' Haltung als herablassend und mangelhaft führungsfähig. Die Bürger seien verunsichert und hätten das Vertrauen in die Politik verloren. Die Kritik diene der Profilierung der Grünen als Oppositionspartei.

Inhalt"Niemand glaubt mehr daran, dass sich etwas ändert": Der Grünenpolitiker Felix Banaszak hat Friedrich Merz ungewohnt scharf angegriffen. Dieser habe nicht nur ein Kommunikationsproblem, sondern die falsche Haltung. Der Bundesvorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, hat den CDU-Bundeskanzler mit harten Worten kritisiert. "Friedrich Merz wird gerade Opfer seiner eigenen Versprechungen", sagte Banaszak auf einem Landesparteitag in Troisdorf nördlich von Bonn. "Jeder, der einen Mathe-Grundkurs hatte, hätte wissen können, dass man nicht gleichzeitig keine neuen Schulden, Steuersenkungen und Mehrausgaben für die Verteidigung und für viele andere Dinge versprechen kann", sagte der 36-Jährige. "Aber Friedrich Merz hat sich dazu entschieden, den Leuten einen Scheiß zu erzählen." Merz habe vor einiger Zeit in einem Interview selbst eingeräumt, er müsse mal an seiner Kommunikation arbeiten, sagte Banaszak. Diese Analyse sei aber nicht zutreffend. Das Problem von Friedrich Merz (CDU) sei nicht die Kommunikation, sondern eine falsche Haltung. Von den Führungsqualitäten des Bundeskanzlers zeigte sich Banaszak enttäuscht. Es gelte, ein verunsichertes Land in tiefer wirtschaftlicher Not nach vorn zu bringen. Wer das erreichen wolle, "muss auch ausstrahlen, dass er dieses Land und seine Bürgerinnen und Bürger mag – vielleicht ja sogar liebt und nicht ihnen von oben herab begegnet, sie belehrt und nur beschimpft", sagte der Grüne unter Applaus des Parteitags. Die Bürger seien erschöpft und hätten Vertrauen in die Politik verloren. "Erstens glaubt niemand mehr daran, dass sich etwas ändert – und wenn sich etwas ändert, dann muss man befürchten, dass man selbst der Doofe dabei ist." Mit seiner Rede setzt der Co-Vorsitzende die Strategie der Oppositionspartei fort, sich stark vom Regierungskurs abzugrenzen und sich so nach dem Ende der Ampelkoalition neu zu profilieren. Auf der Landesdelegiertenkonferenz in Troisdorf debattiert der nordrhein-westfälische Landesverband über Energiepolitik und Gleichstellung. Außerdem steht die turnusmäßige Wahl des Landesvorstands an.