Datum20.06.2026 13:19
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak kritisiert Friedrich Merz scharf. Er wirft dem CDU-Chef vor, unrealistische Wahlversprechen gemacht zu haben, die nicht finanzierbar seien. Banaszak nennt Merz' Aussagen "einen Scheiß" und kritisiert seine Haltung gegenüber Bürgern und dem Land. Er fordert mehr Empathie und weniger von oben herab. Die Bevölkerung sei verunsichert und habe das Vertrauen in die Politik verloren.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Kanzler unter Beschuss“. Lesen Sie jetzt „Grünen-Parteichef: Merz erzählt Leuten "einen Scheiß"“. Mit drastischen Worten hat der Bundesvorsitzende der Grünen, Felix Banaszak, den Bundeskanzler attackiert. "Friedrich Merz wird gerade Opfer seiner eigenen Versprechungen", sagte Banaszak auf einem Landesparteitag in Troisdorf nördlich von Bonn. "Jeder, der einen Mathe-Grundkurs hatte, hätte wissen können, dass man nicht gleichzeitig keine neuen Schulden, Steuersenkungen und Mehrausgaben für die Verteidigung und für viele andere Dinge versprechen kann", sagte der 36-Jährige. "Aber Friedrich Merz hat sich dazu entschieden, den Leuten einen Scheiß zu erzählen." Merz habe vor einiger Zeit in einem Interview selbst eingeräumt, er müsse mal an seiner Kommunikation arbeiten, sagte Banaszak. Diese Analyse sei aber nicht zutreffend. Das Problem von Friedrich Merz sei nicht die Kommunikation, sondern eine falsche Haltung. Wer ein verunsichertes Land in tiefer wirtschaftlicher Not, auf der Suche nach seiner Rolle in einer Welt der Unordnung, mit Begierde nach Gemeinsamkeit, Zugehörigkeit und Heimat nach vorn bringen wolle, "der muss auch ausstrahlen, dass er dieses Land und seine Bürgerinnen und Bürger mag - vielleicht ja sogar liebt und nicht ihnen von oben herab begegnet, sie belehrt und nur beschimpft", sagte der Grüne unter großem Applaus des Parteitags. Die Bürger seien erschöpft und hätten Vertrauen in die Politik verloren. "Erstens glaubt niemand mehr daran, dass sich etwas ändert - und wenn sich etwas ändert, dann muss man befürchten, dass man selbst der Doofe dabei ist." © dpa-infocom, dpa:260620-930-254242/1