Datum20.06.2026 13:00
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer 93-jährige Milliardär Frank Stronach wurde in Kanada wegen "unsittlichen Übergriffs" und sexueller Nötigung schuldig gesprochen. Sieben Klägerinnen hatten ausgesagt, die Taten reichten bis ins Jahr 1977 zurück. Stronach, Gründer des Autoteile-Herstellers Magna, bestritt alle Vorwürfe. Das Strafmaß wird Mitte September verkündet.
InhaltDer austro-kanadische Geschäftsmann und Ex-Politiker Frank Stronach wurde wegen eines "unsittlichen Übergriffs" und sexueller Nötigung schuldig gesprochen. Die vorgeworfenen Taten reichen bis ins Jahr 1977 zurück. Der österreichisch-kanadische Unternehmer und Milliardär Frank Stronach ist in Kanada wegen sexueller Übergriffe schuldig gesprochen worden. Ein Gericht in Toronto fällte den Schuldspruch gegen den 93-Jährigen am Freitag. Das Strafmaß soll Mitte September verkündet werden. Bis dahin bleibt der Gründer des Automobilteile-Herstellers Magna auf freiem Fuß. Im Prozess hatten sieben Klägerinnen gegen den Milliardär ausgesagt. Die vorgeworfenen Taten, darunter Vergewaltigung, Freiheitsberaubung und sexuelle Nötigung, reichten bis ins Jahr 1977 zurück. Schuldig gesprochen wurde er jedoch nur in zwei Punkten: "unsittlicher Übergriff" und sexuelle Nötigung. Drei Vorwürfe einer Klägerin wurden fallen gelassen, weil das Gericht die Aussage der Frau als nicht glaubhaft einstufte. Weitere Anklagepunkte zog die Staatsanwaltschaft mangels Beweisen zurück. Stronach bestritt alle Vorwürfe. Der in Österreich geborene Stronach wurde zu einem der vermögendsten Menschen Kanadas, als er 1957 die Firma Magna gründete und sie zu einem der weltweit größten Lieferanten von Autoteilen aufbaute. Im Alter von 80 Jahren gab der Milliardär die Führung des Unternehmens ab und kehrte in seine Heimat Österreich zurück. Dort sorgte er mit kuriosen Projekten für Aufsehen: ein Freizeitpark, den er mitten in einem Überflutungsgebiet bei Wien errichten wollte, ein Konzept für die österreichische Bundesliga, mit dem er seine Heimat zum Fußball-Weltmeister machen wollte, oder der Energydrink "Frank’s", der mit dem Slogan "Keeps you yodeling all night long" dem österreichischen Getränkehersteller Red Bull Konkurrenz machen sollte. Alle Projekte scheiterten früher oder später. 2012 gründete der Milliardär die Partei "Team Stronach". Im Wahlkampf für den Nationalrat folgten gleich mehrere bizarre Liveauftritte im Fernsehen, wo er etwa Moderatoren beschimpfte oder die Todesstrafe für "Berufsmörder" forderte. Seine Partei löste sich wenige Jahre später wieder auf. Bereits 2018 hatte Stronach mit einem Rechtsstreit für Schlagzeilen gesorgt. Damals verklagte er seine eigene Tochter, zwei seiner Enkelkinder und seinen ehemaligen Geschäftspartner Alon Ossip vor dem Ontario Superior Court auf mehr als 500 Millionen Dollar, weil sie angeblich das Familienvermögen falsch verwaltet hätten. In dieser Folge des Podcasts Inside Austria können Sie die ganze Geschichte vom Aufstieg und Fall des Frank Stronach hören: