Datum20.06.2026 12:23
Quellewww.spiegel.de
TLDRIran und USA wollen Gespräche über ein Kriegsende offenbar wiederaufnehmen. US-Unterhändler reisen in die Schweiz. Pakistans Innenminister ist nach Iran gereist, um die Verhandlungen zu besprechen. Ein Rahmenabkommen wurde unterzeichnet, weitere Verhandlungen über Atomprogramm und Sanktionen sollen folgen. Ziel sind Wiederaufbauhilfen und die Aufhebung von Banksanktionen für Iran.
InhaltPakistans Innenminister ist nach Iran gereist, US-Unterhändler Steve Witkoff befindet sich Medienberichten zufolge auf dem Weg in die Schweiz. Geht es bei den Verhandlungen nun wieder voran? Die USA und Iran wollen US-Medienberichten zufolge ihre Gespräche über ein Ende des Irankriegs weiterführen. Wie das US-Portal "Axios" und der Sender CNN unter Berufung auf einen US-Beamten berichteten, ist der US-Unterhändler Steve Witkoff auf dem Weg in die Schweiz, wo die erste Gesprächsrunde über ein mögliches Atomabkommen stattfinden solle. Diese war eigentlich schon am Freitag geplant, fand aber wegen erneuter gegenseitiger Angriffe zwischen der israelischen Armee und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon doch nicht statt. US-Unterhändler Jared Kushner sei bereits in der Schweiz, berichtete "Axios". Auch Irans Außenminister Abbas Araghchi plane, in die Schweiz zu reisen, zitierte das US-Nachrichtenportal eine informierte Quelle. Dies könne sich aber noch ändern. Die Iraner wollten zunächst abwarten, ob eine neue Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hält, hieß es weiter. Auch nach der Vereinbarung war es libanesischen Sicherheitskreisen zufolge erneut zu israelischen Angriffen gekommen. Israel und die Hisbollah hatten sich gegenseitig vorgeworfen, eine im Rahmenabkommen zwischen Washington und Teheran vereinbarte Waffenruhe gebrochen zu haben. Wann die erste Gesprächsrunde nach Unterzeichnung des Rahmenabkommens zwischen den USA und Iran stattfindet, sei weiterhin unklar, hieß es in den Berichten. Sicher ist zumindest, dass sich etwas tut: Der pakistanische Innenminister Mohsin Naqvi ist am Morgen nach Iran gereist, um mit der dortigen Führung die Fortsetzung der Verhandlungen mit den USA in der Schweiz zu besprechen. Nach Angaben der regierungsnahen iranischen Nachrichtenagentur Mehr landete Naqvis Maschine zunächst in der Pilgerstadt Maschhad im Nordosten des Landes. Während seines Besuchs wird Naqvi demnach mit den Leitern des iranischen Verhandlungsteams, Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf und Außenminister Abbas Araghchi, zusammentreffen. Pakistan fungiert seit April offiziell als Vermittler zwischen den Kriegsgegnern Iran und USA. Washington und Teheran hatten diese Woche ein Rahmenabkommen unterzeichnet , das eine Beendigung der Kampfhandlungen in der Region vorsieht. Weitere Verhandlungen über strittige Punkte, etwa das iranische Atomprogramm, sollen in einem Zeitraum von 60 Tagen folgen. Schon früh in den Verhandlungen um das Rahmenabkommen hatte Iran Wiederaufbauhilfen verlangt. Das Abkommen sieht mindestens 300 Milliarden US-Dollar als eine Art Aufbaufonds vor – die Frage der Finanzierung ist jedoch bisher ausgespart. Nach Einschätzung von Beobachtern wäre Teheran aber auch mit den im vergangenen Monat geforderten 24 Milliarden US-Dollar – rund 20 Milliarden Euro – in zwei Raten zunächst zufriedengestellt. Zudem fordert Teheran ein Ende der Banksanktionen, um wieder Zugang zum internationalen Finanzsystem zu erhalten und somit auch sein Öl als wichtigste Einnahmequelle legal verkaufen zu können. Iran hat wiederholt betont, dass es ohne diese Zusage keine finale Einigung geben wird.