Datum20.06.2026 08:57
Quellewww.spiegel.de
TLDRTrotz einer von den USA vermittelten Waffenruhe meldet der Libanon mindestens fünf Tote durch erneute israelische Angriffe im Süden des Landes. Diese erfolgen kurz nach der Einigung, die zuvor von beiden Seiten gebrochen worden war. Dies gefährdet ein umfassenderes regionales Abkommen zwischen den USA und dem Iran und führte zur Absage von Gesprächen. Israel gab seinerseits an, am Vortag 150 Hisbollah-Stellungen angegriffen zu haben.
InhaltErst am Freitag hatten die USA verkündet, dass sich Israel und die libanesische Hisbollah-Miliz auf eine Waffenruhe verständigt haben. Nun hat Israel laut Beirut erneut Angriffe auf den Südlibanon geflogen. Trotz der Einigung auf eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hat die israelische Armee nach Angaben aus Beirut neue Luftangriffe auf Ziele im Süden des Libanon geflogen. Mindestens fünf Menschen seien dabei getötet worden, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Israel griff demnach am frühen Samstagmorgen mehr als ein Dutzend Orte im Süden des Landes an. Unabhängig überprüfen ließen sich diese Angaben nicht. Der Libanon hatte auch am Freitag bereits mindestens 47 Tote bei den jüngsten israelischen Angriffen gemeldet. Die israelische Seite meldete Angriffe auf 150 Stellungen der Hisbollah am Freitag, vier israelische Soldaten seien bei einem Drohnenangriff verletzt worden. Israel und die von Iran unterstützte Hisbollah-Miliz hatten sich am Vortag nach US-Angaben unter Vermittlung der USA und Katar auf eine Waffenruhe verständigt. Diese trat demnach am Freitagnachmittag in Kraft. Aus dem Umfeld der Hisbollah-Miliz wurde eine Einigung bestätigt, eine offizielle Reaktion aus Israel liegt noch nicht vor. Die heftigen gegenseitigen Angriffe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hatten das am Mittwoch unterzeichnete Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran gefährdet, das eine Waffenruhe in der gesamten Region, einschließlich des Libanon vorsieht. Es enthält jedoch keine Klausel über einen Abzug israelischer Soldaten. Eine Gesprächsrunde zwischen den USA und Iran in der Schweiz wurde offenbar wegen der Angriffe abgesagt. Ein der Hisbollah nahestehendes Nachrichtenportal meldete, die israelischen Luftschläge im Libanon seien der Grund für die iranische Absage. US-Vizepräsident JD Vance trat seine geplante Reise zu dem Treffen nicht an. Israel und die Schiitenmiliz hatten sich in den vergangenen Tagen bereits gegenseitig vorgeworfen, die im USA-Iran-Rahmenabkommen vereinbarte Waffenruhe gebrochen zu haben.