Demokratische Republik Kongo: Ebola breitet sich laut WHO weiter schnell aus

Datum19.06.2026 19:22

Quellewww.zeit.de

TLDRDie WHO stuft die Ebola-Epidemie in der DR Kongo weiter als ernst ein. Trotz schnell wachsender Eindämmungsmaßnahmen gibt es 896 Infektionen und 232 Todesfälle. 75 betroffene Helfer sind ein hoher Preis für das Gesundheitssystem. Die schwierig zugänglichen Regionen und Konflikte erschweren die Bekämpfung der Bundibugyo-Variante, gegen die es keinen Impfstoff gibt.

InhaltDie Weltgesundheitsorganisation hält die Lage wegen des Ebola-Virus in der DR Kongo weiterhin für ernst. Maßnahmen zur Eindämmung würden jedoch "von Tag zu Tag stärker". Das Ebola-Virus verbreitet sich in der Demokratischen Republik Kongo nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) weiterhin schnell. Die Lage sei immer noch "ernst", sagte die Leiterin der Noteinsätze der WHO in Afrika, Marie-Roseline Bélizaire. Maßnahmen zur Eindämmung der Epidemie würden aber "von Tag zu Tag stärker", sagte sie in einer Videoschalte aus Bunia, der Hauptstadt der besonders betroffenen Provinz Ituri. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen hatte die Maßnahmen zuletzt als unzureichend kritisiert. Laut WHO gibt es in der DR Kongo seit Beginn der Epidemie 896 bestätigte Ebola-Infektionen und 232 Todesfälle. 75 der Infizierten sind demnach medizinische Helfer, 17 von ihnen seien gestorben. Mitte Mai hatte die WHO eine "gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite" ausgerufen – ihre zweithöchste Alarmstufe. Das Virus grassierte jedoch mutmaßlich schon ​Monate zuvor, weshalb sich viele Pflegekräfte und Ärzte ansteckten, bevor die Gefahr bekannt war. Zudem mangelt es den Helfern an grundlegender Schutzausrüstung wie Handschuhen und Masken. "Das ist ein ⁠sehr hoher ​Preis, den das Gesundheitssystem zahlt, weil wir ‌im Kongo nicht ‌genug medizinisches Personal haben", sagte Bélizaire. Das Nachbarland Uganda sowie China würden medizinische Teams zur Hilfe entsenden. Die WHO leiste zudem ​psychologischen Beistand für Helfer, die nach der ⁠Erkrankung ​von Kollegen Angst davor hätten, ‌Patienten zu behandeln. Das Virus wird durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten von Infizierten übertragen. Die aktuelle Epidemie wird von der erstmals 2007 nachgewiesenen seltenen Bundibugyo-Variante des Virus verursacht. Gegen sie gibt es keinen Impfstoff und keine gezielte Therapie. Der Ausbruch ist auch schwer einzudämmen, weil die betroffenen Provinzen schwer zugänglich und seit Jahren Schauplatz bewaffneter Konflikte sind.