Bundesregierung plant laut Bericht starke Einschnitte beim Wohngeld

Datum19.06.2026 18:51

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Bundesregierung plant starke Kürzungen beim Wohngeld. Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) kündigte an, dass etwa ein Drittel der bisherigen Empfänger den Anspruch verlieren könnte, was jährlich eine Milliarde Euro Einsparung für den Bund und eine weitere Milliarde für die Länder bedeuten würde. Dies sei aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage notwendig. Ziel sei es, die jährlichen Ausgaben von etwa fünf Milliarden Euro auf rund drei Milliarden Euro zu senken. Dieser Schritt betrifft Familien und Rentner, die aktuell die Unterstützung erhalten. Die Opposition kritisiert die Kürzungen scharf.

InhaltEin Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte soll laut Bauministerin Verena Hubertz ihren Anspruch verlieren. Die Sozialdemokratin hält den Schritt angesichts der wirtschaftlichen Lage für notwendig. Die angekündigten Kürzungen beim Wohngeld sollen alle bisherigen Empfängerinnen und Empfänger treffen. Ein Drittel der bisherigen Wohngeldhaushalte soll sogar ganz herausfallen. Das sagte Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) der "Rheinischen Post" . "Ein Teil davon sind Menschen, die aufgrund ihres Einkommens bislang gerade so noch antragsberechtigt sind." Hubertz erläuterte, dass in bestehende Bescheide nicht eingegriffen werde. Wohngeld wird nach Angaben des Bauministeriums in der Regel für zwölf Monate bewilligt, unter bestimmten Umständen auch für 24 Monate. Danach muss es neu beantragt werden. In der Ressortabstimmung sollen andere Ministerien Einschätzungen zum "Gesetz zur Vereinfachung und Fortentwicklung des Wohngeldgesetzes" abgeben können. Danach muss das Kabinett entscheiden. Hubertz begründete die geplanten Einschnitte damit, dass die Regierung wegen der vielen Krisen und mangels Wirtschaftswachstums sparen müsse. Eine Milliarde Euro müsse der Bund beim Wohngeld einsparen, eine Milliarde die Länder. "Von bislang rund fünf Milliarden Euro von Bund und Ländern bleiben dann rund drei Milliarden an jährlichen Ausgaben übrig." Der Schritt sei für sie als Sozialdemokratin schmerzhaft. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts bezogen 2024 gut 1,2 Millionen Haushalte die staatliche Unterstützung für Menschen mit geringen Einkommen und hohen Wohnkosten. Anfang 2023 war mit dem Wohngeld-Plus-Gesetz der Kreis der Berechtigten deutlich ausgeweitet worden. Die Ausgaben lagen laut Statistikamt 2024 bei 4,7 Milliarden Euro. Nach Angaben des Ministeriums sind 44 Prozent der Bezieher Familien, in 52 Prozent der Wohngeldhaushalte leben Rentnerinnen und Rentner. Die Linke kritisierte das Vorhaben: "Wieder kürzt die Merz-Regierung bei denen, die schon wenig haben", sagte Parteichefin Ines Schwerdtner der "Rheinischen Post". Die Bundesregierung bleibe Lösungen für die dramatische Lage am Wohnungsmarkt schuldig.