Datum19.06.2026 17:17
Quellewww.zeit.de
TLDRTui fordert eine Reform des Reisesicherungsfonds (DRSF). Der Fonds, der Pauschalreisen absichert, sei zu teuer und binde unnötig Kapital. Tui argumentiert, dass die hinterlegten Mittel von rund einer Milliarde Euro ausreichen, um Risiken abzudecken. Der Reisekonzern verlangt eine Senkung der Gebühren auf null, reduzierte Sicherheiten und eine professionelle Anlage der Mittel. Der DRSF wurde nach der Insolvenz von Thomas Cook gegründet.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Tourismus“. Lesen Sie jetzt „Teurer Sicherungsfonds - Tui drängt auf Reform“. Europas größter Reisekonzern Tui fordert vom Bund eine spürbare Entlastung beim Reisesicherungsfonds, in den alle Veranstalter einzahlen. "Die Gebühren für den seit 2022 bestehenden Sicherungsfonds (DRSF) gehören jetzt auf null festgesetzt und die Sicherheiten spürbar gesenkt", heißt es in einer Erklärung des Konzerns. Zuvor hatte das "Handelsblatt" darüber berichtet. "Staatliche Auflagen verteuern ohne Not die Pauschalreise und den Urlaub der Deutschen", heißt es in dem Papier. "Der Staat ist ein echter Kostentreiber für die Urlauber, insbesondere für die sichere Pauschalreise." Konkret fordert der Konzern eine Reform des 2019 eingeführten Reisesicherungsfonds, der Pauschalreisen gegen Insolvenzen absichert. Absicherung sei gut und richtig, erklärte Tui. Doch die Umsetzung funktioniere nicht. "Der Fonds verteuert Reisen, bindet Kapital und schwächt die Investitionskraft der Branche", schreibt Tui. Inzwischen hätten deutsche Veranstalter rund eine Milliarde Euro im Sicherungsfonds hinterlegt. Damit, so Tui, werde ausreichend Geld für alle denkbaren Risiken vorgehalten. Weitere Einzahlungen sind nach Einschätzung des Branchenriesen daher vorerst nicht nötig. "Deshalb appelliert Tui an die Politik, die Gebühren des DRSF sofort auf null zu reduzieren, die Sicherheiten spürbar zu senken und die vorhandenen Mittel endlich professionell und wertschaffend anzulegen." Der Deutsche Reisesicherungsfonds war 2019 nach der Insolvenz des Reisekonzerns Thomas Cook gegründet worden. Er soll sich bei einer Pleite eines Reiseanbieters um die Erstattung der Vorauszahlungen der Kunden, gegebenenfalls den Rücktransport gestrandeter Urlauber sowie deren Unterbringung bis zum Rücktransport kümmern. Größter Schadensfall war bisher die Insolvenz von FTI 2024. Der Fonds speist sich aus Einzahlungen der Reiseveranstalter. Große Veranstalter müssen Jahr für Jahr einen prozentualen Anteil ihres Umsatzes in den Fonds einzahlen. Bisher würden die eingezahlten Gelder von rund einer Milliarde Euro aber nicht einmal angemessen angelegt, kritisiert Tui. "Bei anhaltender Inflation verliert das Geld der Unternehmen real an Wert", schreibt das Unternehmen. "Der Fond legt es unter Aufsicht des Staates unter die Matratze und verhindert damit, dass es produktiv eingesetzt wird und Wachstum generiert. Das ist kein verantwortungsvoller Umgang mit Geld." © dpa-infocom, dpa:260619-930-251463/1