Leichenfund in Mecklenburg-Vorpommern: Was wir über den vermissten Fabian aus Güstrow wissen

Datum15.10.2025 17:58

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Güstrow, Mecklenburg-Vorpommern, wurde der vermisste achtjährige Fabian tot in einem Wald gefunden, was auf ein mögliches Gewaltverbrechen hinweist. Seit seinem Verschwinden am Freitag hatten umfangreiche Suchaktionen stattgefunden. Die Identität der Leiche steht noch nicht fest, die Ermittler erwarten jedoch Klarheit durch einen DNA-Test in den nächsten Tagen. Es gibt bisher keinen Tatverdächtigen, und die Umstände von Fabians Verschwinden und Tod sind weiterhin unklar. Die Bevölkerung ist in einem Schockzustand.

InhaltIn Güstrow wurde seit Freitag der achtjährige Fabian vermisst. Nun fand man in der Region eine Kinderleiche. Die Ermittler vermuten ein Verbrechen. Doch entscheidende Details sind offen. Die Menschen in Güstrow im Landkreis Rostock stehen unter Schock. Hunderte versammelten sich am Dienstagabend in der örtlichen Pfarrkirche, um zu trauern, wie die "Ostsee-Zeitung" berichtet  . Seit Freitag wurde der achtjährige Fabian vermisst. Am Dienstag entdeckte eine Spaziergängerin eine Kinderleiche in einem Wald nahe Klein Upahl, mehr als drei Stunden Fußweg von Güstrow entfernt. Polizei und Staatsanwaltschaft vermuten ein Gewaltverbrechen. Noch ist zwar nicht bestätigt, dass es sich bei dem Toten um den Jungen handelt. Doch die Staatsanwaltschaft teilte mit, sie gehe mit hoher Wahrscheinlichkeit davon aus. Bald könnte es Gewissheit geben. Was wir über den Fall wissen – der Überblick. Wegen Unwohlseins war der Junge am Freitag nicht in der Schule. Er lebte bei seiner Mutter, blieb allein zu Hause, während sie arbeitete. Laut Polizei gab es zwischen den beiden eine Abmachung: Fabian durfte die Wohnung verlassen, wenn er abends zu einer bestimmten Uhrzeit wieder zurückkehrte. Als er am Freitagabend nicht nach Hause kam, versuchte die Mutter vergeblich, den Jungen ausfindig zu machen. Sie meldete ihn als vermisst. Daraufhin suchte die Polizei tagelang in Güstrow und in der Umgebung nach dem Jungen. Die Beamten klingelten an Haustüren, führten Befragungen durch, auch an Fabians Schule. Die Suche erfolgte per Boot, Hubschrauber, mit Hunden und Tauchern. Zunächst konnten Fährtenspürhunde die Spur des Jungen bis zum Güstrower Omnibusbahnhof verfolgen, bevor sie sich laut Polizei verlor. An einer Bushaltestelle in der Nähe von Zehna südlich von Güstrow setzte der Hund wieder an. Dort lebt der Vater des Jungen. Auch dort verlor sich die Spur wieder in einem Wald. Am Montagabend schlugen mehrere Leichenspürhunde unabhängig voneinander auf dem Inselsee an, der südlich von Güstrow liegt. Eine Suche auf dem See unter anderem mit Feuerwehrtauchern blieb ohne Ergebnis. Wann Fabian am Freitag die Wohnung der Mutter verließ und mit welchem Ziel, ist noch unklar, ebenso wie die Frage, warum er sein Handy nicht mitnahm. Auch wie die Kinderleiche an den Fundort bei Klein Upahl gelangte und wie lange das Kind noch lebte, weiß man bislang nicht. Ein Polizeisprecher sagte dem TV-Sender n-tv:  "Es ist schon unüblich, dass man den leblosen Körper irgendwo im Wald gerade einer deutlich minderjährigen Person findet, deswegen wird erst mal vom Schlimmsten ausgegangen". Die Staatsanwaltschaft Rostock spricht von "Gesamtumständen", deren Details sie aber nicht nennen könne. Einen Tatverdächtigen gibt es noch nicht. "Die Identitätsfeststellung kann leider nicht so durchgeführt werden, wie wir erhofft haben, weil sich die Angehörigen den Anblick nicht antun möchten", sagte der Rostocker Staatsanwalt Harald Nowak gegenüber dem SPIEGEL. Nun solle ein DNA-Test Klarheit über die Identität des toten Kindes bringen. Mit Ergebnissen sei in etwa zwei Tagen zu rechnen. Das vorläufige Obduktionsergebnis sei am Donnerstag zu erwarten. Die kriminaltechnische Untersuchung des Fundortes sei abgeschlossen, sagt ein Polizeisprecher aus Rostock. Die Bereitschaftspolizei suche am Fundort weiter nach Gegenständen, die für den Fall relevant sein könnten. "Wir drehen da jeden Stein um, vernehmen Zeugen, da gibt es keine Zurückhaltung", sagt Staatsanwalt Nowak. Mit Agenturen