Datum19.06.2026 13:37
Quellewww.zeit.de
TLDRDie SPD-Arbeitsgemeinschaft Afa verteidigt die geplante Reform des Arbeitszeitgesetzes. Die Vorsitzende Cansel Kiziltepe bezeichnet den Entwurf des Bundesarbeitsministeriums als "Koalitionsvertrag pur" und betont die Stärkung der Tarifbindung. Die Reform soll die Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit an Tarifverträge knüpfen und die Arbeitszeiterfassung verschärfen. Kritik von der Union und Wirtschaftsverbänden, die einen Bruch des Koalitionsvertrages sehen, weist Kiziltepe zurück. Sie hebt hervor, dass Überlastung und Krankheit bei langen Arbeitszeiten eine reale Gefahr darstellen und Verhandlungen mit Arbeitnehmern somit notwendig seien.
InhaltDie Union hält nichts von Tarifbindung bei der Einführung der Wochenarbeitszeit. Die SPD-Politikerin Cansel Kiziltepe hingegen sagt, das sei "Koalitionsvertrag pur". Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft für Arbeit (Afa) in der SPD, Cansel Kiziltepe, hat Kritik an einem Entwurf zur Reform des Arbeitszeitgesetzes zurückgewiesen. Der Vorschlag aus dem SPD-geführten Bundesarbeitsministerium sei "Koalitionsvertrag pur", teilte Kiziltepe mit. Das Stärken der Tarifbindung sei "ein Schwerpunkt dieser Bundesregierung". Der Referentenentwurf, über den auch die ZEIT berichtet hatte, sieht vor, den Übergang von der Tages- zur Wochenarbeitszeit an Tarifverträge zu knüpfen und strengere Vorschriften für die Arbeitszeiterfassung zu erlassen. Aus der Union und von zahlreichen Wirtschaftsverbänden wurde Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) daraufhin ein Bruch des Koalitionsvertrags vorgeworfen. Kiziltepe, Senatorin für Arbeit in Berlin, sagte, es sei richtig, die Flexibilisierung der Arbeitszeit an tarifvertragliche Vereinbarungen zu binden. "Wer über acht Stunden hart schuften muss, ist der Gefahr von Überlastung und Krankheit ausgesetzt." Das sei für Millionen Menschen in Deutschland Realität, sagte Kiziltepe. Deshalb setze der Vorschlag den richtigen Anreiz: "Wer die Schicht seiner Beschäftigten verlängern will, muss auf Augenhöhe mit ihnen darüber verhandeln." Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.