Segel-Star bei Kieler Woche: Weltumsegler Herrmann: Erst Schaulaufen, dann Stapellauf

Datum19.06.2026 13:23

Quellewww.zeit.de

TLDRWeltumsegler Boris Herrmann ist der Stargast der Kieler Woche. Als Ehrenmitglied des Kieler Yacht-Clubs präsentiert er sein Forschungsschiff und seinen Rennkatamaran. Neben Fan-Events und einem möglichen Segeltörn mit dem Bundespräsidenten nutzt er die Veranstaltung, um für Nachhaltigkeit im Segelsport zu werben. Herrmann unterstützt zudem die Bewerbung Kiels für Olympische Spiele. Sein neues Boot "Malizia 4" feiert bald Stapellauf für zukünftige Rennen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Segel-Star bei Kieler Woche“. Lesen Sie jetzt „Weltumsegler Herrmann: Erst Schaulaufen, dann Stapellauf“. Bei der 132. Kieler Woche ist Boris Herrmann vieles: Beobachter, Zuschauer, Gastgeber, Interviewpartner, Werber. Doch ist er vor allem eines: Der sechsmalige Weltumsegler ist der Star des am Samstag beginnenden weltgrößten Segelfests. "Wir wollen alle unsere Projekte zur Kieler Woche mit Gästen und Fans teilen", sagte der 45-Jährige der Deutschen Presse-Agentur vor dem Eröffnungswochenende zum Kieler XL-Auftritt von Team Malizia.  Kieler-Woche-Sportchef Dirk Ramhorst freut sich über Herrmanns Auftritt an der Förde. "Boris Herrmann ist Ehrenmitglied im Kieler Yacht-Club und bekennender Kiel-Fan. Dass er mit Team Malizia und dem Forschungsschiff zur Kieler Woche kommt, freut uns als Veranstalter sehr", sagte er. Herrmann sei "ein Magnet und toller Botschafter für den Segelsport und die Nachhaltigkeit auf den Meeren, die auch uns antreibt". Herrmann und sein Team Malizia haben ihr Forschungsschiff "Malizia Explorer" und ihren GC32-Rennkatamaran "Malizia 1" nach Kiel gebracht. Geplant sind viele Gäste-Aktionen, Treffen mit Fans und laut einem NDR-Bericht auch ein Segeltörn mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Eröffnungstag. "Die Kieler Woche ist für mich Heimatrevier, Tradition und auch eine Möglichkeit, unser Forschungsschiff 'Malizia Explorer' auf seiner Route beim Geomar in Kiel zu haben", sagte Herrmann, der seit den späten 1990er-Jahren selbst rund ein Dutzend Male in verschiedenen Bootsklassen an der Kieler Woche teilgenommen hat. Sein bestes Kieler-Woche-Ergebnis hatte Herrmann 2006 als Zweiter mit Julian Kleiner im 505er erzielt. Damals konnte er sogar Rekordsieger Wolfgang Hunger hinter sich lassen. Aus Verbundenheit zur schleswig-holsteinischen "Sailing City" ist Herrmann auch im Ringen der Bewerber um die Nominierung zum deutschen Kandidaten für die Austragung Olympischer und Paralympischer Spiele in den Jahren 2036, 2024 oder 2044 klar positioniert: "Wo auch immer Olympia in Deutschland stattfindet, Segeln sollte auf jeden Fall gerne in Kiel stattfinden. Da wären wir alle froh und stolz."  Herrmanns Überzeugung: "Sport bringt Menschen zusammen, schafft Erinnerungen, schafft Identität, macht eine tolle Stimmung. Das gab es früher schon hier. Deswegen würde ich mich total freuen, wenn Olympia wieder nach Kiel käme." Kiel war schon 1936 und 1972 Schauplatz der olympischen Segel-Regatten.  Herrmann selbst hat längst das Sportfach gewechselt, ist eine feste Größe im internationalen Imoca-Circuit der Seesegler. Der Stapellauf von Herrmanns "Malizia 4" findet am 6. Juli in Lorient in Frankreich statt. Mit der neuen Yacht wollen Herrmann und das Team Malizia schon am Ocean Race Atlantic teilnehmen. Start ist am 1. September. Die nächsten Ziele sind das Ocean Race 2027 und Herrmanns dritte Vendée-Globe-Teilnahme 2028. Mit der neuen Rennyacht sind große Erwartungen verknüpft. "Ich hoffe, Malizia 4 im Ocean Race zum Sieg zu führen, bei der Vendée Globe ganz vorne mit dabei zu sein und eine Top-Kampagne abzuliefern", sagte er. Am Kieler-Woche-Samstag wird Herrmann mit seinen Co-Skippern Cole Brauer und Will Harris in der Sailing Arena zur Fan- und Autogrammstunde erwartet. Wenn zur Halbzeit der Kieler Woche am 24. Juni die Final-Entscheidungen bei den Olympia-Seglern fallen, wird Team Malizias Forschungsschiff Kiel verlassen haben und auf den Weg nach Hamburg sein - zur "Sustainability Week", einem Kongress zum Thema Nachhaltigkeit. © dpa-infocom, dpa:260619-930-249589/1