Datum19.06.2026 08:32
Quellewww.zeit.de
TLDREU-Ratspräsident António Costa gerät auf dem Gipfel wegen seiner unangekündigten Kontaktaufnahme zu Russland in die Kritik. Mehrere Staats- und Regierungschefs, darunter Deutschlands Kanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, empören sich über diesen "Affront". Es wurde klargestellt, dass Costa die EU repräsentiert, aber kein gesonderter Vermittler ist. Costas Büro bestätigte die Öffnung "diplomatischer Kanäle" über seinen Kabinettschef.
InhaltDer EU-Ratspräsident will "diplomatische Kanäle" nach Russland öffnen – hat sich dafür aber nicht mit den EU-Staats- und Regierungschefs abgestimmt. Die sind empört. Ratspräsident António Costa ist auf dem EU-Gipfel für seine unabgesprochene Kontaktaufnahme zu Russland deutlich kritisiert worden. In deutschen Regierungskreisen war von einem "Affront" die Rede. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) habe in der Sitzung klargestellt, dass Costa der Repräsentant der Europäischen Union sei, aber nicht der Vermittler, hieß es. Andere Staats- und Regierungschefs äußerten demnach ebenfalls Unmut, darunter Frankreichs Präsident Emmanuel Macron. Costas Russland-Initiative war vor dem Gipfel durch einen Bericht von Politico bekannt geworden. Sein Büro bestätigte anschließend, dass es Kontakte mit Russland gegeben habe, um "diplomatische Kanäle" zu öffnen. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa ging es um zwei Telefonate von Costas Kabinettschef Pedro Lourtie. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.