Datum19.06.2026 06:01
Quellewww.zeit.de
TLDREin Abkommen zwischen den USA und dem Iran verspricht Milliarden für den Wiederaufbau im Iran, während Sanktionen gelockert werden. Es bleibt unklar, ob die Zivilbevölkerung davon profitiert. Parallel ringt die EU über den Umgang mit Chinas Handelspraktiken, die westliche Wettbewerber benachteiligen, wobei Deutschland einen konfrontativen Kurs scheut.
InhaltDas Abkommen mit den USA verspricht dem Iran Milliarden für den Wiederaufbau. Wird davon auch die Zivilgesellschaft profitieren? Und: Die EU ringt um Umgang mit China. Die USA und der Iran haben ihr Rahmenabkommen zur Beendigung des Kriegs offiziell unterzeichnet. Neben dem Ende aller Militäroperationen verspricht das Abkommen dem Iran auch wirtschaftliche Erleichterungen. Die US-Seeblockade der iranischen Häfen soll aufgehoben und die internationalen Sanktionen auf Ölexporte ausgesetzt werden. Dadurch kann Teheran sein Rohöl wieder frei auf dem Weltmarkt verkaufen und dadurch zusätzliche Einnahmen generieren. Zudem versprechen die USA gemeinsam mit weiteren Partnern ein gigantisches Wiederaufbau- und Investitionsprogramm in Höhe von mindestens 300 Milliarden US-Dollar. Bedeutet das mehr Wohlstand für die iranische Zivilbevölkerung? Und welche Folgen könnte das Abkommen für diejenigen haben, die sich politische Veränderung wünschen? Diese Fragen und weitere beantwortet Iranexperte der ZEIT, Omid Rezaee. Auf dem EU-Gipfel in Brüssel steht der Umgang mit Chinas Handelspraktiken im Fokus. Ein Problem ist, dass in China mehr produziert als konsumiert wird. Die Überschüsse überfluten den Weltmarkt zu Preisen, mit denen westliche Wettbewerber nicht mithalten können. Außerdem strebt Peking die Vormacht bei Zukunftstechnologien an, reguliert den Export von wichtigen Rohstoffen wie Seltenen Erden streng und erschwert europäischen Firmen das Geschäft vor Ort. Das verschärft die Wettbewerbsnachteile massiv, besonders für deutsche Kernsektoren wie Autos, Chemie und Maschinenbau und Luftfahrt. Während Frankreich nun einen härteren Kurs fordert, scheut Deutschland einen Handelskonflikt aus Sorge vor den Folgen für die schwächelnde Wirtschaft im Land. Wirtschaftsredakteur Max Hägler erklärt im Podcast, warum die EU-Länder unterschiedliche Positionen vertreten und wie deutsche Unternehmen zum Vorgehen der Bundesregierung stehen. Und sonst so? Besser spät als nie: Geldbeutel taucht nach einem Vierteljahrhundert auf. Moderation und Produktion: Erica Zingher Redaktion: Hannah Grünewald und Imre Balzer Mitarbeit: Sophia Boddenberg und Maximilian Renzikowski Alle Folgen unseres Podcasts finden Sie hier. Fragen, Kritik, Anregungen? Sie erreichen uns unter wasjetzt@zeit.de.