Datum19.06.2026 04:02
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Bauernverband fordert die Verlängerung des Tankrabatts für Diesel bis mindestens November. Angesichts steigender Kraftstoffpreise und des hohen Energieverbrauchs während der Ernte- und Aussaatzeit betonte Präsident Rukwied die Notwendigkeit einer Steuerreduzierung von 17 Cent pro Liter, auch für das Transportgewerbe. Der befristete Rabatt läuft Ende Juni aus, obwohl die Koalition eine Fortsetzung ablehnt. Landwirte sehen sich mit erheblich gestiegenen Kosten konfrontiert.
InhaltDer Tankrabatt läuft Ende Juni aus. Der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, hält eine Steuerreduzierung für Diesel bis nach der Ernte für sinnvoll. Der Deutsche Bauernverband fordert eine Verlängerung des Tankrabatts zur Entlastung von höheren Dieselpreisen über die Erntezeit bis in den Herbst. Präsident Joachim Rukwied sagte der Nachrichtenagentur dpa: "Die Steuerreduzierung für Diesel von 17 Cent pro Liter muss bis mindestens Ende November fortgeführt werden. Und zwar nicht nur für die Landwirtschaft, sondern grundsätzlich für alle." Auch das Transportgewerbe leide unter hohen Kraftstoffpreisen. Der befristete Tankrabatt gilt seit Anfang Mai für Diesel und für Superbenzin und soll stark gestiegene Preise infolge des Irankriegs ausgleichen. Nach dem Willen der schwarz-roten Koalitionsfraktionen soll die Steuererleichterung nun aber nicht über das geplante Auslaufen Ende Juni hinaus fortgesetzt werden. Rukwied sagte: "Wir haben jetzt die Monate mit dem höchsten Energieverbrauch vor uns. Die Erntesaison geht im Juli los und zieht sich bis Mitte November hin – erst mit Getreide und Raps, später Kartoffeln, Silomais Rüben und Gemüse." Dann stünden die Bodenbearbeitung nach der Ernte und die Herbstaussaat an. "Das ist alles energieintensiv, da schauen wir Landwirte mit großen Sorgen auf die Preise." Ein großer Mähdrescher brauche ungefähr 1.000 Liter Diesel pro Tag, sagte der Bauernpräsident. "Wenn der Liter jetzt 50 Cent teurer ist als vor einem Jahr, dann sind das 500 Euro Kosten mehr am Tag. Das ist immens. Da brauchen wir eine weitere Erleichterung, was die Steuern anbelangt." In der Regel hätten Betriebe eine gewisse Lagerkapazität, sagte Rukwied – manche für einen Monat, andere vielleicht für vier Monate. "Die Möglichkeit, einen Jahresbedarf an Diesel einzukaufen, wenn der Preis günstiger ist, gibt es im Prinzip nicht. Die Betriebe müssen in regelmäßigen Abständen nachkaufen." Zu Jahresbeginn waren für die Landwirtschaft nach Gesetzen der Koalition Millionen-Steuerentlastungen beim Agrardiesel und bei den Stromkosten in Kraft getreten.