Prozess: Darknet-Plattform mit Todeslisten: Urteil erwartet

Datum19.06.2026 03:30

Quellewww.zeit.de

TLDREin Prozess gegen einen 50-jährigen rechtsradikalen Informatiker wegen des Betriebs einer Darknet-Plattform mit Todeslisten steht kurz vor dem Urteil. Die Bundesanwaltschaft fordert fünf Jahre Haft für den Angeklagten, der beschuldigt wird, zur Ermordung von Politikern aufgerufen, Geld dafür gesammelt und Anleitungen bereitgestellt zu haben. Ziel sei die Destabilisierung der Demokratie gewesen. Die Plattform wurde vom Bundeskriminalamt abgeschaltet.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Prozess“. Lesen Sie jetzt „Darknet-Plattform mit Todeslisten: Urteil erwartet“. Im Prozess um eine Darknet-Plattform, auf der zu Mordanschlägen auf deutsche Politiker, Richter und Staatsanwälte aufgerufen wurde, soll an diesem Freitag (ca. 11.00 Uhr) das Urteil verkündet werden. Die Bundesanwaltschaft hat für den Angeklagten, einen 50-jährigen rechtsradikalen Informatiker aus Dortmund, fünf Jahre Haft gefordert.  Er soll die Plattform geschaffen und betrieben haben, auf der die Politiker-Todeslisten veröffentlicht, Krypto-Kopfgeld für deren Ermordung eingeworben und Anleitungen zu Mordanschlägen mitgeliefert wurden. Das Bundeskriminalamt hatte die Plattform "Assassination Politics" (Politik der Attentate) abgeschaltet.  Angeklagt ist der vorbestrafte Mann unter anderem wegen Terrorfinanzierung. Der Deutsch-Pole habe sein hochgradig radikalisiertes Umfeld zu Mordanschlägen aufgerufen, Anleitungen für diese Terrorakte gegeben und sich um deren Finanzierung bemüht, so die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer. Mit Attentaten auf bekannte Politiker, darunter auch die Ex-Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) und Angela Merkel (CDU), habe er die Demokratie destabilisieren wollen. Vor der Urteilsverkündung wird noch der Verteidiger plädieren. Anschließend hat der Angeklagte das letzte Wort. Er hatte sich im Prozess als Justizopfer dargestellt. © dpa-infocom, dpa:260619-930-246837/1