Datum18.06.2026 21:46
Quellewww.zeit.de
TLDREin Entwurf zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten, der den Achtstundentag unangetastet lässt, aber wöchentliche Arbeitszeitregelungen erlaubt, sorgt in Mecklenburg-Vorpommern für Kritik. Während die CDU eine Ausweitung von Ausnahmeregelungen für tourismusgeprägte Branchen fordert, bemängelt die SPD die fehlende Einbeziehung der Länder und Sozialpartner. Die Grünen sehen Handlungsbedarf bei der einheitlichen Anwendung bestehender Ausnahmen, während die Linken von einem "Generalangriff auf soziale Errungenschaften" sprechen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Debatte zu Wirtschaftspolitik“. Lesen Sie jetzt „Reformentwurf zum Achtstundentag stößt in MV auf Kritik“. Die vorläufigen Pläne aus dem SPD-geführten Bundesarbeitsministerium zur Flexibilisierung der Arbeitszeiten stoßen auch in Mecklenburg-Vorpommern auf Kritik. Insbesondere in MV sei eine Wochenarbeitszeit eine wichtige Maßnahme, sagte CDU-Spitzenkandidat und Landeschef Daniel Peters in einer Podiumsrunde am Donnerstagabend in Parchim. Das Land sei sehr vom Tourismus und anderen Dienstleistungsbereichen geprägt und daher darauf angewiesen, von diesen starren Regelungen wegzukommen, sagte Peters. Er glaube, dass die Union bei diesem Thema Druck machen müsse und werde. Der Achtstundentag in Deutschland soll nach einem Entwurf zur Umsetzung von Plänen aus dem Koalitionsvertrag von Union und SPD grundsätzlich unangetastet bleiben. Die Ausnahmeregelungen sollen aber erweitert werden, sodass Tarifpartner auch wöchentliche Arbeitszeiten vereinbaren können. Bei den Plänen handelt es sich nach Informationen aus Ministeriumskreisen aber um eine frühe Version, deren Abstimmung im Haus noch laufe. SPD-Spitzenkandidatin und Ministerpräsidentin Manuela Schwesig kritisierte, dass die Länder in die Diskussion um den Achtstundentag leider nicht einbezogen worden seien. Gerade bei einem sensiblen Thema wie der Arbeitszeit sei es aber wichtig, die Sozialpartner an den Tisch zu holen. Die Grünen-Spitzenkandidatin und Bundestagsabgeordnete Claudia Müller sagte, dass bereits Ausnahmeregelungen möglich seien. Die zuständigen Behörden würden aber sehr unterschiedlich mit ihnen umgehen. Dabei sei es gerade im Tourismus wichtig, solche Genehmigungen möglichst auch zu vergeben. Der finanzpolitische Sprecher der Linken im Landtag, Torsten Koplin, der Spitzenkandidatin Simone Oldenburg auf dem Podium vertrat, nannte die Wochenarbeitszeit dagegen einen "Generalangriff auf soziale Errungenschaften". Dabei gehe es neben dem Achtstundentag auch etwa um die Lebensarbeitszeit. Die Arbeitgeberverbände Nordmetall und AGV Nord hatten mit der Vereinigung der Unternehmensverbände für Mecklenburg-Vorpommern (VU) die Spitzenkandidaten eingeladen, um über die Wirtschaftspolitik der kommenden Jahre zu diskutieren. Die AfD als größte Oppositionspartei im Landtag war nicht eingeladen. Ein Nordmetall-Sprecher erklärte, dass keine der anderen Parteien in einer möglichen Regierung mit der AfD koalieren wolle. © dpa-infocom, dpa:260618-930-246306/1