Datum18.06.2026 20:44
Quellewww.spiegel.de
TLDREin deutscher Tourist, Nick Frischke, wird seit Februar 2023 in Kapstadt vermisst. Vier Männer werden verdächtigt, ihn nach dem Konsum von Drogen überfallen und beraubt zu haben. Ein Geständnis eines der Verdächtigen deutet auf einen gewaltsamen Raub hin, bei dem Frischkes Habseligkeiten erbeutet wurden. Es gibt auch Hinweise auf eine Stichverletzung. Trotz Ermittlungen gibt es bisher keine Mordanklage.
InhaltNick Frischke kehrte 2023 von einer Wanderung im Umland von Kapstadt nicht zurück, vier Männer werden verdächtigt, den jungen Deutschen überfallen und beraubt zu haben. Nun gibt es neue Hinweise zur Tat. Er war im Urlaub in Südafrika, am 15. Februar 2023 wird der damals 22-jährige Nick Frischke zum letzten Mal gesehen – seither gilt der Deutsche als vermisst. Im Verfahren um den im südafrikanischen Kapstadt verschwundenen Brandenburger hat die Polizei nun das Geständnis eines Tatverdächtigen vorgestellt, in dem dieser zugibt, den jungen Mann beraubt zu haben. Im Gerichtsaal des Amtsgerichts Wynberg wurde eine Videoaufnahme des Geständnisses vorgespielt. Darin gesteht einer der vier Angeklagten, den aus Döbern in der Nähe von Cottbus stammenden Frischke zusammen mit seinen Freunden auf einem Bergpfad im Kapstädter Vorort überfallen und gewaltsam ausgeraubt zu haben. Zuvor hätte die Gruppe demnach Drogen geraucht. Im Besitz der vier Tatverdächtigen waren nach Aussagen der Polizei Frischkes Rucksack, Handy und Kreditkarte gefunden worden. Das Verfahren soll am Freitag fortgesetzt werden. Die vier Südafrikaner haben auf "nicht schuldig" plädiert und befinden sich seit ihrer Festnahme vor etwa drei Jahren in Untersuchungshaft. Die Anklage gegen einen fünften Verdächtigen wurde aufgrund mangelnder Beweislage fallen gelassen. Im Januar hatte der Chefermittler der Polizei, Dudley Truter, ausgesagt, einer der Tatverdächtigen habe einen der mutmaßlichen Mittäter in einer eidesstattlichen Erklärung beschuldigt, Frischke in den Rücken gestochen zu haben. Der Tourist habe aufgrund der Verletzung nicht mehr richtig laufen können, sagte Truter mit Verweis auf die Erklärung. Versuche der Nationalen Strafverfolgungsbehörde NPA, ausreichende Beweise für eine Mordanklage zu sammeln, blieben bislang erfolglos. Frischkes letztes Lebenszeichen ist ein von einer Sicherheitskamera aufgenommenes Foto, das ihn in Sportkleidung auf dem Weg zu einem Wanderpfad am Fuße des Karbonkelbergs in Hout Bay zeigt. Das 63-Millionen-Einwohner Land ist weltweit für seine Safaris, atemberaubende Natur, weite Strände, kulturelle Vielfalt und Outdoor-Aktivitäten bekannt. Südafrika gehört zu den beliebtesten Touristenzielen Afrikas, kämpft aber mit einer hohen Kriminalitätsrate. Allein in den drei Monaten von Januar bis März sind Regierungsangaben zufolge knapp 5200 Menschen ermordet worden.