Brandanschlag auf Umspannwerk in Reutlingen: Ermittler prüfen nach Stromausfall weitere Sabotageversuche

Datum18.06.2026 20:08

Quellewww.zeit.de

TLDRNach einem mutmaßlichen Brandanschlag auf ein Umspannwerk in Reutlingen, der zu einem großflächigen Stromausfall führte, untersuchen Ermittler nun weitere Sabotageversuche. Es gibt Hinweise auf Beschädigungen an ähnlichen Stromanlagen in der Region, deren genaue Orte aus ermittlungstaktischen Gründen nicht genannt werden. Der Vorfall, bei dem Brandbeschleuniger eingesetzt wurde, zog mehrere Millionen Euro Schaden nach sich und betraf Zehntausende Haushalte sowie ein Krankenhaus. Ein politischer Hintergrund wird diskutiert, jedoch gibt es kein Bekennerschreiben.

InhaltNach einem mutmaßlichen Anschlag auf ein Umspannwerk waren Tausende Menschen in Reutlingen ohne Strom. Nun gibt es Hinweise auf weitere Sabotageversuche in der Region. Nach dem mutmaßlichen Brandanschlag in einem Umspannwerk mit großflächigem Stromausfall in Reutlingen Anfang Juni prüfen Ermittler Hinweise auf weitere mögliche Sabotageversuche an Stromanlagen in der Region. Das bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart. Zuvor hatten die Südwest Presse und der SWR darüber berichtet. Es gebe Hinweise auf Beschädigungen an ähnlichen Orten, sagte ein Sprecher der Anklagebehörde. Diese würden nun untersucht und man versuche, zeitliche Eingrenzungen vorzunehmen. Konkrete Orte könne er aus ermittlungstaktischen Gründen nicht nennen. Der Brand im Umspannwerk Reutlingen-West war in der Nacht zum 8. Juni ausgebrochen. In der Folge war das Umspannwerk ausgefallen, auch eine weitere Anlage wurde in Mitleidenschaft gezogen. Schnell hatten sich Hinweise auf Brandstiftung verdichtet, nachdem ein möglicher Brandbeschleuniger entdeckt worden war. Ein oder mehrere Täter waren nach Erkenntnissen der Ermittler in das Gelände eingedrungen und hatten gleich an mehreren Stellen Feuer gelegt. Auch der Zaun der Anlage war beschädigt worden. Nach dem Brand waren zeitweise Zehntausende Menschen über Stunden ohne Strom gewesen, auch ein Krankenhaus sowie Industrie- und Gewerbekunden waren betroffen. Der Gesamtschaden zur Reparatur der Anlage dürfte sich früheren Angaben zufolge auf mehrere Millionen Euro summieren. Reutlingen hat insgesamt knapp 120.000 Einwohner und liegt am Fuße der Schwäbischen Alb. Nachdem die mutmaßliche Attacke zunächst in einem Blog namens "Switch off" unter der Rubrik "Aktionen/Sabotagen" mit diversen Berichten thematisiert wurde, war der Vorfall auch auf der vom Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuften Plattform Indymedia aufgetaucht. Wer dahinterstehen könnte, ist unklar. Ein Bekennerschreiben hatte es bislang nicht gegeben.