Bei Freigang geflohener Mörder in italienischem Krankenhaus festgenommen

Datum18.06.2026 18:58

Quellewww.spiegel.de

TLDREin wegen Mordes und versuchter Vergewaltigung zu lebenslanger Haft verurteilter Mann floh in Italien bei einem Freigang. Er wurde nach einem Unfall in einem Krankenhaus in Venetien entdeckt und festgenommen. Der 42-Jährige hatte im Jahr 2010 Melanie aus Peine getötet.

InhaltDer Fall der getöteten Melanie aus Peine sorgte Anfang der Zehnerjahre für Entsetzen. Am Dienstag entkam ihr Mörder bei einem Freigang, seine Flucht endet nun in Italien. Nach tagelanger Flucht ist ein Mörder in Italien festgenommen worden. Die Polizei fand den zu lebenslanger Haft verurteilten Mann in einem Krankenhaus, wie das Landeskriminalamt (LKA) Niedersachsen mitteilt. Er war in der Region Venetien in einen Unfall verwickelt und wurde in der Klinik behandelt. Wie es zu dem Unfall kam, war zunächst unklar. Auch zu den Verletzungen des Mannes machten die Ermittler keine Angaben. Italienische Beamte nahmen den 42-Jährigen fest. Zuerst hatten "RTL" und "Bild" über die Festnahme berichtet . Der verurteilte Mörder war am Dienstagnachmittag in Peine auf einem Motorrad geflohen. Nach Angaben des Justizministeriums in Hannover hatte der Straftäter im Rahmen seines Freigangs gemeinsam mit einem Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalt die Wohnung seiner Mutter besucht. Ersten Erkenntnissen zufolge nutzte er einen Aufenthalt in einer nahe gelegenen Garage, um mit seinem in dieser Garage abgestellten Motorrad wegzufahren. Nach erfolgloser Suche startete das LKA eine Öffentlichkeitsfahndung – mit Fotos, Namen und Personenbeschreibung des Mannes. "Mehrere Hinweise führten die Fahnderinnen und Fahnder schließlich auf eine Spur nach Italien", heißt es. Der Deutsche verbüßt eine lebenslange Freiheitsstrafe wegen Mordes und versuchter schwerer Vergewaltigung. Er hatte im Jahr 2010 die damals 23-jährige Melanie aus Peine mit etlichen Messerstichen getötet, weil sie keinen Sex mit ihm haben wollte. Der Fall hatte weit über die Grenzen des Landkreises für Fassungslosigkeit und Entsetzen gesorgt. Für den Mord an der Internetbekanntschaft verurteilte ihn das Landgericht Hildesheim 2011 zu lebenslanger Haft und stellte zudem die besondere Schwere der Schuld fest. Eine vorzeitige Entlassung des Täters aus der Haft nach 15 Jahren war damit nahezu ausgeschlossen. Der Mann hatte die Tat vor Gericht gestanden. Dem Ministerium zufolge muss der Mann mindestens 19 Jahre im Gefängnis bleiben.