Datum18.06.2026 16:52
Quellewww.zeit.de
TLDRIn der Demokratischen Republik Kongo sind über 200 Menschen an Ebola gestorben, bei insgesamt 894 bestätigten Fällen. Experten des Africa CDC sind besonders besorgt über die geringe Nachverfolgung von Kontakten; von geschätzten 35.000 Kontakten werden nur 4.112 aktiv verfolgt. Die aktuelle Ausbruchsrate ist die höchste auf dem Kontinent. Die Bundesregierung stellt 13 Millionen Euro zur Eindämmung bereit.
InhaltIn der Demokratischen Republik Kongo breitet sich das Ebolavirus weiter aus. Besonders große Sorge bereitet Experten die mangelnde Nachverfolgung von Kontakten. In der Demokratischen Republik Kongo sind mittlerweile mehr als 200 Menschen, die sich mit Ebola infiziert hatten, gestorben. Das hat die Gesundheitsbehörde Africa Centre for Disease Control and Prevention (Africa CDC) mitgeteilt. Ein Vertreter der Behörde, Wessam Mankoula, sagte, dass man nun zusammen mit den beiden im Nachbarland Uganda verstorbenen Patienten 204 Tote zähle. Den Angaben zufolge gibt es inzwischen 894 bestätigte Fälle, davon entfallen 875 auf den Kongo. 74 Menschen gelten als genesen. Mankoula sagte, dass die Zahl der bestätigten Fälle im ersten Monat bei keinem anderen Ebola-Ausbruch auf dem Kontinent so hoch gewesen sei. Demnach gibt es aktuell drei- oder viermal so viele Fälle wie beim zweithöchsten Ausbruch. Besonders besorgt seien Experten über die geringe Zahl der nachverfolgten Kontakte. Nur 4.112 Kontakte bestätigter Ebola-Patienten verfolge man derzeit aktiv nach. Man müsse jedoch von etwa 35.000 bestehenden Kontakten ausgehen. "Wir sind sehr weit davon entfernt, die Situation unter Kontrolle zu haben", sagte er. Die Behörde hatte erst kürzlich über die hohe Zahl der nicht nachverfolgten Kontakte informiert. Der Chef des Africa CDC, Jean Kaseya, hatte zudem gewarnt, dass der Ausbruch drohe schlimmer zu werden als alle, die man zuvor in Westafrika und dem Osten der Demokratischen Republik Kongo gesehen habe, sollte er nicht bald gestoppt werden. Die Bundesregierung hatte angekündigt, weitere 13 Millionen Euro für die Eindämmung des Ausbruchs zur Verfügung zu stellen. "Zutiefst besorgt" über den Ausbruch äußerte sich Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD).