Landwirtschaft: Kirschsaison in Sachsen-Anhalt eröffnet - Preise stabil

Datum18.06.2026 14:32

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Kirschsaison in Sachsen-Anhalt ist eröffnet. Für 2026 wird ein Ertrag von 1300 Tonnen erwartet, nachdem 2025 über 2200 Tonnen geerntet wurden. Gute Bedingungen im Frühjahr führten zu moderaten Erwartungen, allerdings birgt der Klimawandel Risiken durch Spätfrost. Die Preise bleiben voraussichtlich stabil bei 7-9 Euro pro Kilogramm. Obstbauern kämpfen mit EU-Wettbewerbsdruck, steigenden Lohnkosten und sinkender Verfügbarkeit von Pflanzenschutzmitteln, was auch zu einem Rückgang der Betriebe führt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Landwirtschaft“. Lesen Sie jetzt „Kirschsaison in Sachsen-Anhalt eröffnet - Preise stabil“. Die Kirschsaison 2026 ist eröffnet. "Wir erwarten prognostiziert einen Ertrag von 1.300 Tonnen in Sachsen-Anhalt", sagte Jörg Geithel, Vorsitzender des Obstbauverbandes Sachsen und Sachsen-Anhalt, in Oschersleben (Landkreis Börde). Angebaut werden im Land Süßkirschen auf 150 Hektar sowie Sauerkirschen auf 20 Hektar. 2025 wurden laut dem Statistischen Bundesamt mehr als 2.200 Tonnen Süßkirschen und über 220 Tonnen Sauerkirschen in Sachsen-Anhalt geerntet. Die Bedingungen waren Geithel zufolge in diesem Frühjahr gut: wenig Winter- und Blütenfröste, nur regional vereinzelter Hagel. Für die Reife brauche es nun wenig Hitze und Regen. Durch den Klimawandel hätten die Kirschen eine immer frühere Blüte. Das berge eine Gefahr bei Spätfrost. So auch 2024: Damals hatte Frost für erhebliche Ausfälle gesorgt. Es wurden nur 350 Tonnen Süßkirschen sowie rund 38 Tonnen Sauerkirschen geerntet. Die Preise für Verbraucher orientieren sich 2026 den Angaben zufolge an denen der vergangenen Jahre. In der direkten Vermarktung, etwa bei Hofläden, zahlten Kunden zwischen sieben und neun Euro für ein Kilogramm, hieß es. Der Großteil der Süßkirschen wird als Tafelobst verwendet, während Sauerkirschen hauptsächlich weiterverarbeitet werden. Die Obstbauern klagen über wirtschaftliche Herausforderungen. So sei der Wettbewerbsdruck innerhalb der EU enorm, sagte Geithel. "Der Mindestlohn der Saisonarbeitskräfte darf nicht weiter steigen, um wettbewerbsfähig innerhalb der EU zu bleiben."  Überdies sei die Situation bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland angespannt. "Wir haben leider immer weniger zugelassene Pflanzenschutzmittel", sagte Geithel. "Wir brauchen die dringend, um wichtige Schaderreger wie die Made der Kirschfruchtfliege zu bekämpfen." In Sachsen-Anhalt gibt es immer weniger Obstbaubetriebe. Waren es 1997 noch 101 Betriebe für Süßkirschen, gab es 2022 nur noch 37. Ähnlich sieht es bei Sauerkirschen aus: von 64 im Jahr 1997 ging es zurück auf 26 im Jahr 2022. Ein Grund dafür ist Geithel zufolge, dass die Hofnachfolge schwieriger werde. © dpa-infocom, dpa:260618-930-244040/1