Bayreuther Festspiele: Charlotte Knobloch verurteilt Absage von Gedenkfeier in Bayreuth

Datum18.06.2026 14:27

Quellewww.zeit.de

TLDR

InhaltAls "Bankrotterklärung" bezeichnet Charlotte Knobloch die abgesagte Gedenkfeier bei den Bayreuther Festspielen. Sie kritisiert auch die Ausladung von Michel Friedman. Charlotte Knobloch, die Vorsitzende der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern, hat die Absage einer Gedenkveranstaltung bei den Bayreuther Jubiläumsfestspielen heftig kritisiert. "Diese Absage ist auf jeder Ebene eine Bankrotterklärung", teilte sie mit. Bei der abgesagten Veranstaltung hätte der jüdische Publizist Michel Friedman eine Rede über Antisemitismus und die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit halten sollen. In Bayreuth war von einer Verschiebung aus Sicherheitsgründen die Rede. "Bei der vermeintlichen Verschiebung handelt es sich faktisch um nichts anderes als eine Ausladung Friedmans durch die Festspielleitung", sagte Knobloch dazu. Durch die Begründung mit "Sicherheitsbedenken" würde man ihm obendrein noch indirekt die Verantwortung zuschieben. "Mir fehlen die Worte, um meine Wut und Enttäuschung auszudrücken", sagte die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. "Michel Friedman ist einer der bedeutendsten Intellektuellen, die wir in diesem Land haben. Sein Wort hat Gewicht, und gerade zum Auftakt dieses Jubiläums hätte es noch schwerer gewogen", sagte Knobloch weiter. Mit diesem Vorgehen habe die Festspielleitung eine Gelegenheit zur Aufarbeitung ihrer eigenen NS-Vergangenheit nicht nur verpasst, sondern "auch für die Zukunft erheblich erschwert", sagte sie.