Datum18.06.2026 13:51
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie Hochschule Marburg bietet Studierenden mietfreien Wohnraum im Austausch für Social-Media-Content. Dieser Deal wirft Fragen nach fairer Gegenleistung auf. Gleichzeitig kämpfen Studierende mit der "btw"-Trend-Kultur der Arbeitswelt, die Erfolge trotz Misserfolg betont, aber wenig an den Strukturen ändert. Der Artikel beleuchtet zudem Koblenz als potenzielle Studi-Stadt und die finanzielle Realität eines Indie-Musikers.
InhaltEine Hochschule stellt Creator:innen WG-Zimmer. Was der "btw"-Trend offenbart. Koblenz als Studienstadt. Und die Einkünfte eines Indiemusikers. Die Texte der Woche zu Studium und Berufseinstieg. Als ich vor ein paar Wochen das erste Mal von der "Marburg-WG" hörte, hatte ich vor allem einen Gedanken: cringe. Eine gecastete Wohngemeinschaft, die auf Instagram zeigt, wie toll ihr Studi-Leben ist – im Auftrag der Uni? Das konnte eigentlich nur unangenehm werden, dachte ich. Inzwischen sind die vier WG-Influencer:innen seit einer Weile aktiv, und ich muss sagen: Inhaltlich machen sie ihre Sache gut, ihre Beiträge sind nicht mehr oder weniger cringe als vieles andere, was man so in den sozialen Netzwerken findet. Allerdings wirft das Konzept andere Fragen auf. Zum Beispiel, ob Wohnraum gegen Content eigentlich ein fairer Deal für die Bewohner:innen ist. Unsere Autorin Paula Haase hat sich diese Fragen für meinen Text der Woche gestellt – und bei einem Ortsbesuch Antworten gefunden. Ihre Eindrücke aus der WG lest ihr hier. Viel Freude dabei wünscht Helene Flachsenberg, Redakteurin SPIEGEL Start Diese WG-Bewohner werden für die Uni zu Influencern: Vier Studierende wohnen in Marburg mietfrei in einem Haus im Grünen. Im Gegenzug machen sie Werbung für die Hochschule. Ein zeitgemäßes Konzept – oder instrumentalisiert die Uni damit die Wohnungsnot ? Das Problem ist unsere Arbeitskultur btw: Gerade fluten "btw"-Posts die sozialen Netzwerke: Menschen zeigen ihre Erfolgsfotos und gestehen, wie mies es ihnen dabei ging. Doch solche Posts werden wenig bewirken, solange sich in der Arbeitswelt nichts ändert, schreibt unsere Kolumnistin Sara Weber . "Koblenz ist eine gute Stadt, um sich etwas aufzubauen": Zwischen Mosel und Rhein hat Sebastian Heinz nicht nur einen einzigartigen Studiengang gefunden, sondern auch eine Stadt voller kleiner Communitys. Warum Koblenz für ihn mehr ist als eine Durchgangsstation . "Musiker als Hauptberuf? Man muss es halt leider alleine machen": 24.000 Euro im Jahr reichen dem Musiker Streichelt, wenn er dafür sein Hobby zum Beruf machen kann. Wie sich sein Einkommen aus Gagen, Spotify, Gema zusammensetzt. Und was passiert , wenn die Rechnung nicht aufgeht.