Datum18.06.2026 11:27
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Ifo-Institut hebt seine Konjunkturprognose für Deutschland leicht auf 0,8 Prozent Wachstum für dieses und nächstes Jahr an. Grund sind verbesserte Aussichten durch das erwartete Ende des Irankriegs und hohe Staatsausgaben. Die Inflation bleibt hoch (2,9% dieses Jahr, 2,7% nächstes Jahr). Langfristig rechnet das Ifo mit einem sinkenden Potenzialwachstum auf 0,1 Prozent bis 2030. Der beschlossene Tankrabatt wird kritisch gesehen.
InhaltSeit dem Morgen gilt offenbar das Rahmenabkommen zwischen den USA und Iran. Das belebt die Aussichten für die deutsche Wirtschaft ein wenig: Das Ifo-Institut prognostiziert 0,8 Prozent Wachstum. Die deutsche Wirtschaft könnte sich dank des erhofften Endes des Irankriegs und hoher Staatsausgaben in diesem Jahr etwas besser entwickeln als zuletzt befürchtet. Das Ifo-Institut hat seine Konjunkturprognose für dieses Jahr auf 0,8 Prozent leicht angehoben. Auch im kommenden Jahr könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt demnach um 0,8 Prozent zulegen. Die Nachwirkungen des kriegsbedingten Energiepreisschocks werden laut Ifo jedoch noch lange zu spüren sein: Für dieses Jahr erwartet das Institut eine Inflationsrate von 2,9 Prozent, im nächsten Jahr noch 2,7 Prozent. Im Frühjahr hatten die Münchner Ökonomen ihre Wachstumserwartungen nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran in einem "Eskalationsszenario" auf 0,6 Prozent gesenkt, nun sind es wieder 0,2 Prozentpunkte mehr. Sowohl Deutschland als auch der Euroraum liegen nach wie vor weit hinter dem erwarteten Wachstum der Weltwirtschaft von über zwei Prozent zurück. Die Langfristaussichten bleiben düster: Ifo-Konjunkturforscher Timo Wollmershäuser und seine Kollegen gehen davon aus, dass das Potenzialwachstum der deutschen Wirtschaft bis Ende des Jahrzehnts auf 0,1 Prozent sinken wird. Die Bundesregierung hat auf den Irankrieg unter anderem mit einem Tankrabatt reagiert. Ex-Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier sieht diesen kritisch. Im Interview erklärt sie, wie die Regierung Bürger besser entlasten könnte und wo Deutschland wieder Weltmarktführer werden kann.