Datum18.06.2026 08:57
Quellewww.spiegel.de
TLDRChina verzeichnet einen Wendepunkt im Automobilmarkt: Im April wurden dort erstmals mehr Elektroautos als Verbrenner zugelassen. China ist der weltgrößte Automarkt und Vorreiter der E-Mobilität. Dies setzt deutsche Hersteller unter Druck, die mit sinkenden Margen und chinesischer Konkurrenz in Europa kämpfen. Der Ölpreis-Anstieg, bedingt durch geopolitische Krisen, beeinflusst das Kaufverhalten der Konsumenten zugunsten von E-Autos, trotz reduzierter staatlicher Förderung.
InhaltDie Mobilitätswende im größten Automarkt der Welt nimmt rasant zu: Wie das "Handelsblatt" berichtet, haben chinesische Stellen im April vorwiegend Elektroautos zugelassen. In China sollen im April erstmals mehr Autos mit reinem Elektroantrieb als mit Verbrennungsmotor zugelassen worden sein. Das berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Daten des japanischen Analyseunternehmens Marklines, das Daten zur Autoindustrie vertreibt. China ist der größte Absatzmarkt für Autos der Welt und führend bei der Mobilitätswende. Dem Bericht zufolge haben chinesische Stellen im April rund 560.000 Verbrenner und rund 580.000 Elektroautos zugelassen. Zahlen für den Mai seien in der Datenbank bisher nicht verfügbar, heißt es. Für die deutschen Autobauer sind das keine guten Nachrichten: Sie geraten im erbitterten Preis- und Verdrängungswettbewerb in China immer stärker unter Druck. So hatte BMW erst am Mittwoch seine Jahresprognose drastisch gesenkt. Als Grund führte BMW die negativen Entwicklungen am chinesischen Automarkt und den Krieg in Iran an, der die Energiepreise hat steigen lassen. Für die Autosparte rechnet der Dax-Konzern in diesem Jahr nur noch mit einer operativen Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern von ein bis drei Prozent. Bisher hatte das Management vier bis sechs Prozent veranschlagt. Auch Volkswagen und Mercedes-Benz verkaufen in China viele Benzin- und Dieselautos. Gleichzeitig ist VW besonders stark davon betroffen, dass chinesische Anbieter verstärkt auch in den europäischen Markt drängen, besonders im günstigeren Preissegment. Teile der VW-Führung sehen den eigenen Konzern laut einem Bericht des manager magazins sogar als existenzgefährdend an. "Auch in China zeigen sich ähnlich wie in Deutschland die Auswirkungen des USA-Iran-Konflikts beim Autokauf", sagte Beatrix Keim, Institutsleiterin beim Center Automotive Research (CAR) in Duisburg, dem "Handelsblatt". "Die Preise stiegen insgesamt, weil China auf Importe von fossilen Energien aus dem Ausland angewiesen ist". China importiert sein Öl vor allem aus Russland und Saudi-Arabien. Das habe zu Preissteigerungen beim Tanken geführt und die Konsumenten hätten deshalb ihr Verhalten geändert, so Keim. Zum Jahresbeginn wurden in China weniger E-Autos verkauft, weil die Regierung staatliche Förderprogramme gedeckelt hatte. Bei den Verbrennern war die Lage jedoch noch dramatischer: Die Verkäufe seien bis April um mehr als 40 Prozent eingebrochen, berichtet das "Handelsblatt" unter Berufung auf Marklines-Daten. China will E-Autos bis 2035 zur dominierenden Antriebsform werden lassen. In China sinken die Absatzzahlen von Autos. Doch der Preiskampf geht weiter, die Exporte nach Europa boomen. Lesen Sie hier eine Analyse, was das für die deutschen Hersteller bedeutet.