Datum18.06.2026 08:36
Quellewww.zeit.de
TLDRKrankenhäuser warnen vor den Folgen von Hitzewellen für Patienten und Personal und fordern 31 Milliarden Euro für Investitionen, darunter Kühltechnik. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft kritisiert die mangelnde Finanzierung durch Bundesländer und Sparpläne des Gesundheitsministeriums, die gekühlte Kliniken illusorisch machen. Studien zeigen, dass der menschengemachte Klimawandel die Hitzetoten in Europa erhöht.
InhaltAngesichts der beginnenden Hitzewelle warnen Krankenhäuser vor den Folgen hoher Temperaturen für Patienten. Die Kliniken müssten für verändertes Klima ausgerüstet werden. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, hat vor den Folgen der Hitzewelle für Patienten und Klinikpersonal gewarnt. Er fordert zusätzliche Mittel für die Kühlung von Kliniken. "In den kommenden heißen Tagen werden viele Patientinnen und Patienten, aber auch Klinik-Beschäftigte spüren, welche Folgen die chronische Unterfinanzierung der Krankenhäuser hat", sagte Gaß der Rheinischen Post. "Wir haben ein mehrjähriges Klima-Investitionsprogramm in Höhe von 31 Milliarden Euro vorgeschlagen, das auch Kühltechnik umfassen soll." Weiter kritisierte er, die Bundesländer kämen "ihrer Pflicht zur vollständigen Finanzierung der Investitionskosten" seit Jahrzehnten nicht nach. "Für Klimaanlagen oder andere Kühltechnik bleibt nichts übrig, die Kliniken müssen weiter mit Verschattung, Ventilatoren und Kühlakkus improvisieren." Außerdem übte Gaß Kritik am Sparpaket von Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU). "Sollten sich die Streichungspläne aus dem Bundesgesundheitsministerium durchsetzen, bleiben gekühlte Krankenhäuser illusorisch." Mit zunehmender globaler Erwärmung nehmen Häufigkeit, Dauer und Intensität von Hitzeperioden zu. Stabile Hochdrucklagen mit sehr hohen Temperaturen ohne nächtliche Abkühlung sind besonders gefährlich und können zu einer Zunahme hitzebedingter Todesfälle führen. Im Sommer 2025 waren zwei Drittel der Hitzetode in Europa einer Studie zufolge auf die Folgen des menschengemachten Klimawandels zurückzuführen. Zu diesem Ergebnis kamen Forschende des Imperial College London in einer Studie, in der sie die Sterblichkeit in 854 europäischen Großstädten analysiert hatten. Von den insgesamt 24.400 Hitzetoten in den Sommermonaten waren demnach 16.469 auf die gestiegenen Temperaturen zurückzuführen.