Apple-Chef kündigt Preiserhöhungen an

Datum18.06.2026 03:06

Quellewww.spiegel.de

TLDRAufgrund stark gestiegener Speicherchip-Kosten, bedingt durch den KI-Boom und den Ausbau von Rechenzentren, kündigt Apple-Chef Tim Cook Preiserhöhungen an. Zuvor konnte Apple die Preise durch langfristige Verträge stabil halten. Die genauen Details zu Umfang und Produkten sind noch unklar, aber die Preistreiberei bei Speicherchips ist für die gesamte Branche nicht mehr nachhaltig zu bewältigen.

InhaltDer rapide Ausbau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz macht Speicherchips drastisch teurer. Das bekommen bald auch Apple-Kunden zu spüren. Apple wird als Reaktion auf die im KI-Boom gestiegenen Speicherchip-Kosten die Preise anheben. "Leider sind Preiserhöhungen unvermeidlich", sagte Apple-Chef Tim Cook "Wall Street Journal" . gesamten Branche macht bereits seit Monaten zu schaffen, dass mit dem groß angelegten Bau von Rechenzentren für künstliche Intelligenz die Speicherchip-Kapazitäten nicht ausreichen – und die Preise entsprechend in die Höhe schießen. Cook machte keine Angaben dazu, wann, wie stark und für welche Produkte die Preise erhöht werden sollen. Die nächste große Vorstellung neuer Geräte wird wie gewohnt im Herbst mit der neuen iPhone-Generation erwartet. Das aktuelle iPhone 17 verkauft Apple in Deutschland zu einem Preis ab 949 Euro und das besser ausgerüstete iPhone 17 Pro ab 1299 Euro. Dem Finanzdienst Bloomberg zufolge will Apple in diesem Jahr seine Modellpalette mit einem faltbaren iPhone erweitern. Apple habe bisher unter anderem dank langfristiger Lieferverträge die Gerätepreise für Kunden weitgehend stabil halten können, sagte Cook. Apple gebe zwar sein Bestes, um die "riesigen" Kostensteigerungen abzufedern und nicht an die Kunden weiterzureichen, aber dies sei nicht mehr nachhaltig möglich. Apple hatte schon in den vergangenen Monaten erwähnt, dass die gestiegenen Speicherkosten Gegenmaßnahmen erfordern könnten, und sich damit die Tür für Preiserhöhungen offengehalten. Einige PC-Hersteller und Spielekonsolen-Anbieter erhöhten bereits ihre Preise. Auch bei anderen großen Elektronik-Anbietern war zuletzt zu hören, dass die Kostensteigerungen bei Speicherchips ein Ausmaß erreicht hätten, das ohne höhere Preise für die Kunden nicht verdaut werden könne. Chipkonzerne bauen zwar ihre Kapazitäten aus – aber das ist in der Industrie ein langwieriger Prozess. Zudem könnten dabei für Rechenzentren benötigte Speichertypen bevorzugt werden. China hat große staatlich geförderte Speicherproduzenten – für US-Unternehmen dürften aber harte Einschränkungen für die Zusammenarbeit mit ihnen gelten. Gefragt, ob Regeln dazu gelockert werden sollten, sagte Cook der Zeitung, seiner Meinung nach sollten alle Optionen erwogen werden. "Ich denke, wir sollten das gesamte Angebot im Blick haben."