Datum17.06.2026 04:55
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Hackergruppe FulcrumSec fordert 25 Millionen US-Dollar von Novo Nordisk, nachdem sie sensible Daten, darunter Patienten- und Studiendaten, gestohlen hat. Der Hersteller der Abnehmspritze Ozempic weigerte sich zu zahlen. FulcrumSec droht nun mit der Teilveröffentlichung oder dem Verkauf der Daten, nachdem sie über zwei Monate im Netzwerk des Konzerns aktiv waren. Novo Nordisk bestätigt einen IT-Sicherheitsvorfall.
InhaltDie Hackergruppe FulcrumSec hat beim Ozempic-Hersteller Novo Nordisk Daten zu Arzneimitteln, Studien und Patienten gestohlen. Nun droht sie mit Teilveröffentlichung. Nach Angaben der Erpressergruppe FulcrumSec hat der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk nach einem Cyberangriff eine Lösegeldzahlung von 25 Millionen US-Dollar (knapp 22 Millionen Euro) verweigert. Deshalb prüfe FulcrumSec nun den Verkauf von Teilen der gestohlenen Daten, hieß es in einer Mitteilung der Gruppe. Nach eigenen Angaben erbeuteten die Cyberkriminellen mehr als ein Terabyte an Daten bei Novo Nordisk. Der Hersteller des bekannten Medikaments zur Gewichtsreduktion Wegovy und des auch als "Abnehmspritze" bekannten Diabetesmittels Ozempic hatte am 11. Juni einen IT-Sicherheitsvorfall eingeräumt, bei dem Unbefugte Zugriff auf interne IT-Systeme erlangt hätten. "Wir nehmen diese Angelegenheit ernst und halten den Betrieb unserer zentralen Systeme aufrecht", sagte ein Sprecher von Novo Nordisk. Das Unternehmen stehe zudem in Kontakt mit den zuständigen Behörden. Die Hacker gaben an, mehr als zwei Monate lang in den Netzwerken des Konzerns aktiv gewesen zu sein. Zu den gestohlenen Daten gehörten demnach Quellcodes, vertrauliche Informationen zu Arzneimitteln, Studienergebnisse sowie Details zu internen Modellen der Künstlichen Intelligenz (KI). Obwohl die Gruppe nun nach Käufern suche, ziehe sie nach eigenen Angaben eine kostenlose Veröffentlichung einem Verkauf vor. "Eine kostenlose Veröffentlichung schreckt andere Unternehmen wirksamer davon ab, Zahlungen zu verweigern", sagte ein Vertreter von FulcrumSec gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Bestimmte Informationen, darunter Daten von Tausenden Mitarbeitern, Ärzten und rund 11.500 pseudonymisierten Patienten, wolle die Gruppe jedoch zurückhalten. Auch Daten zur Steuerung von Produktionsanlagen würden nicht veröffentlicht. Einem Experten der Cybersicherheitsfirma Lab-1 zufolge seien die Fähigkeiten von FulcrumSec ernst zu nehmen; auch die Behauptungen der Gruppe wirkten glaubwürdig.