KfW-Umfrage: Sachsens Kommunen kürzen Bauausgaben um fast zehn Prozent

Datum17.06.2026 03:00

Quellewww.zeit.de

TLDRSächsische Kommunen reduzierten ihre Bauausgaben um fast zehn Prozent auf 390 Euro je Einwohner, während bundesweit ein Anstieg verzeichnet wurde. Dies liegt an einer angespannten Finanzlage, trotz eines geringeren Finanzierungsdefizits als im Bundesdurchschnitt. Der Investitionsrückstand wächst. Für das laufende Jahr sind jedoch höhere Investitionen geplant, unterstützt durch das Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität sowie zunehmend durch Kredite.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „KfW-Umfrage“. Lesen Sie jetzt „Sachsens Kommunen kürzen Bauausgaben um fast zehn Prozent“. In der zunehmend angespannten finanziellen Lage haben die Kommunen in Sachsen ihre Investitionen in die Infrastruktur um fast ein Zehntel zurückgefahren. 390 Euro je Einwohner flossen im vergangenen Jahr in Baumaßnahmen der sächsischen Städte und Gemeinden, wie aus einer aktuellen Befragung von Kämmereien im Auftrag der Förderbank KfW hervorgeht. Das war ein Rückgang um 9,8 Prozent. Bundesweit stiegen die Ausgaben dagegen um 4,3 Prozent.  Die KfW sieht die kommunale Finanzlage weiterhin angespannt. Bundesweit bewerten 70 Prozent der Kämmereien ihre Situation als negativ. Die steigenden Ausgaben erschweren nach Einschätzung der Autoren dringend notwendige Investitionen in die kommunale Infrastruktur. Während die kommunalen Einnahmen in Sachsen im vergangenen Jahr um 1,1 Prozent leicht sanken, blieben die Ausgaben in etwa auf dem gleichen Niveau (plus 0,1 Prozent). Das Finanzierungsdefizit lag bei 265 Euro je Einwohner und fiel damit deutlich niedriger aus als im Bundesdurchschnitt von minus 413 Euro.  Der Investitionsrückstand der Kommunen in Deutschland ist nach Angaben der Förderbank inzwischen auf den Rekordwert von 231,2 Milliarden Euro gestiegen. Besonders groß ist der Sanierungsbedarf bei Schulen sowie bei Straßen und Verkehrsinfrastruktur. Gleichzeitig planen die Kommunen für das laufende Jahr deutlich höhere Investitionen. Bundesweit sollen rund 50 Milliarden Euro in Sachinvestitionen fließen, nach 44 Milliarden Euro im Vorjahr.  Dabei setzen viele Kommunen auch auf zusätzliche Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität. Sachsen erhält daraus in den kommenden zwölf Jahren nach Angaben der KfW rund 4,84 Milliarden Euro für Investitionen von Land und Kommunen. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher sagte, es liege nahe, den deutlichen Anstieg der geplanten Investitionen mit den Erwartungen an das Sondervermögen zu erklären.  Zudem wächst die Bedeutung von Krediten für die Finanzierung kommunaler Vorhaben. Die Investitionskredite und Wertpapierschulden der Kommunen in Sachsen stiegen binnen eines Jahres um 5,3 Prozent auf nun 840 Euro je Einwohner. Bundesweit erwartet inzwischen etwa jede zweite Kommune, künftig stärker auf Kreditfinanzierungen angewiesen zu sein. © dpa-infocom, dpa:260617-930-234437/1