Datum17.06.2026 03:00
Quellewww.zeit.de
TLDREine KfW-Umfrage zeigt: Kommunen in Niedersachsen leiden unter Finanzdruck, mit einem negativen Haushaltssaldo von 450 Euro pro Einwohner. Obwohl Einnahmen und Ausgaben in Niedersachsen besser liefen als im Bundesdurchschnitt, ist die Finanzlage angespannt und erschwert Infrastrukturinvestitionen. Viele Kommunen sehen dringenden Nachholbedarf bei Schulen und Verkehr. Geplante Investitionen steigen, auch durch Bundesmittel, was zur Verbesserung des Investitionsrückstands beitragen soll.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „KfW-Umfrage“. Lesen Sie jetzt „Kommunen in Niedersachsen kämpfen mit Finanzdruck“. Trotz steigender Einnahmen stehen die Städte und Gemeinden in Niedersachsen weiter unter finanziellem Druck. Im vergangenen Jahr lag ihr Haushaltssaldo bei minus 450 Euro je Einwohner, wie aus einer Befragung von Kämmereien im Auftrag der Förderbank KfW hervorgeht. Das ist schlechter als im Bundesdurchschnitt mit minus 413 Euro. Dabei entwickelten sich die Einnahmen und Ausgaben in Niedersachsen günstiger als im Bund. Die Einnahmen stiegen um 5 Prozent, die Ausgaben um 4,2 Prozent. Bundesweit legten die Einnahmen um 4,1 Prozent zu, während die Ausgaben um 5,6 Prozent stiegen. Für das laufende Jahr bewerten 70 Prozent der Kämmereien in Deutschland ihre Finanzlage als negativ. Die angespannte Haushaltslage erschwert Investitionen in die kommunale Infrastruktur. Zwar erhöhten die niedersächsischen Kommunen ihre Ausgaben für Baumaßnahmen im vergangenen Jahr um 8,5 Prozent und damit stärker als im Bundesdurchschnitt. Mit 441 Euro je Einwohner liegen die Bauausgaben im Land jedoch weiterhin auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. Bundesweit schätzen die Kommunen ihren Investitionsrückstand inzwischen auf 231,2 Milliarden Euro. Das sind 15,5 Milliarden Euro mehr als ein Jahr zuvor und nach Angaben der KfW ein Rekordwert. Besonders bei Schulen, Straßen und Verkehrsinfrastruktur sehen viele Kommunen hohen Nachholbedarf. Für das laufende Jahr planen die Kommunen deutlich höhere Investitionen. Bundesweit sollen rund 50 Milliarden Euro in Sachinvestitionen fließen, nach 44 Milliarden Euro im Vorjahr. KfW-Chefvolkswirt Dirk Schumacher sieht dabei auch einen Zusammenhang mit dem Infrastruktur-Sondervermögen des Bundes. "Es liegt nahe, den kräftigen Sprung bei den geplanten Investitionen mit den Erwartungen der Kommunen an das Sondervermögen zu erklären", sagte er. Niedersachsen soll daraus in den kommenden zwölf Jahren 9,42 Milliarden Euro erhalten, die Hälfte soll direkt an die Kommunen weitergegeben werden. © dpa-infocom, dpa:260617-930-234449/1