Tödlicher Sturz von Brücke in Brasilien: Rätsel um verschwundene Kamera

Datum17.06.2026 01:20

Quellewww.spiegel.de

TLDRBei einem tödlichen Rope-Jumping-Unfall in Brasilien stürzte eine 21-Jährige 40 Meter ohne Sicherungsseil in die Tiefe. Drei Mitarbeiter wurden festgenommen. Ein Zeuge berichtet, ein Mitarbeiter habe nach dem Sturz eine mitgeführte Kamera vom Hals der Verunglückten entfernt. Die Instruktoren bestreiten Kenntnis über den Vorfall und die Kamera nicht auffindbar. Die genauen Umstände bleiben rätselhaft.

InhaltEine junge Frau wird von einer Brücke ohne Sicherungsseil 40 Meter in den Tod geworfen. Nun berichtet ein Zeuge von einer Kamera, welche die Frau getragen haben soll. Das Gerät wurde bislang nicht gefunden. Nach dem tödlichen Sturz einer jungen Frau beim Rope-Jumping in Brasilien gibt das Verschwinden ihrer Kamera Rätsel auf. Das Team habe keine Erklärung dafür, weshalb das Gerät danach nicht mehr auffindbar gewesen sei, sagte einer der drei festgenommenen Instruktoren laut veröffentlichten Vernehmungsaufnahmen, über die das Nachrichtenportal "G1" berichtete . Die Beschuldigten erklärten demnach auch, sie könnten nicht nachvollziehen, wie es zu dem tödlichen Unfall kommen konnte. Die 21-Jährige war am Samstag von der stillgelegten Ponte do Esqueleto zwischen den Städten Limeira und Cordeirópolis im Bundesstaat São Paulo rund 40 Meter in die Tiefe gestürzt. Die Organisatoren hatten sie ohne verbundenes Sicherungsseil von der Absprungplattform gestoßen. Auf Videoaufnahmen ist zu sehen, wie drei Mitarbeiter die Frau zum Rand der Brücke tragen und sie hinabwerfen. Das Sicherungsseil blieb dabei unbefestigt auf der Plattform liegen. Zwei der Beschuldigten räumten bei ihren Vernehmungen laut "G1" ein, für die Vorbereitung der Seile verantwortlich gewesen zu sein. Sie konnten die Aufgabenverteilung innerhalb des Teams jedoch nicht näher erläutern. Nach Angaben von Zeugen hatte die 21-Jährige während des Sprungs eine Kamera bei sich getragen. Ein Augenzeuge berichtete nun, er habe nach dem Aufprall beobachtet, wie ein Mitarbeiter des Veranstalterteams die Kamera vom Körper der Verunglückten entfernt habe. "Die erste Szene, an die ich mich erinnere, als ich das Mädchen am Boden sah, war ein Mitarbeiter, der die GoPro-Kamera vom Halsriemen des bereits am Boden liegenden Körpers abnahm, besorgt um die Ausrüstung oder um Beweise zu verbergen", zitierte "G1" Rafael Goulart. Der Anwalt der Beschuldigten kündigte einen Antrag auf Freilassung seiner Mandanten an. Diese hätten weder die Absicht gehabt, den Tod der Frau herbeizuführen, noch das Risiko eines tödlichen Ausgangs bewusst in Kauf genommen, erklärte er. Rope Jumping ist ein Extremsport, bei dem Teilnehmer mit statischen Seilen in die Tiefe springen. Anders als beim Bungee-Jumping wird der Sturz durch eine Pendelbewegung abgefangen. Die Sportart ist in Brasilien nicht speziell reguliert. Nach dem Unglück wird über einen Abriss der stillgelegten Brücke diskutiert.