Boris Pistorius: Aktionsplan Drohnen soll Abwehr der Bundeswehr stärken

Datum16.06.2026 23:53

Quellewww.spiegel.de

TLDRVerteidigungsminister Pistorius kündigt einen "Aktionsplan Drohnen" an, um die Bundeswehr bis Ende des Jahrzehnts mit rund 16 Milliarden Euro besser für Aufklärung, Einsatz und Abwehr zu rüsten. Die Drohnenabwehr wird als entscheidend für zukünftige Konflikte angesehen. Bis Juli sollen alle Teilstreitkräfte über spezialisierte Drohneneinheiten verfügen. Deutschland will aus den Erfahrungen der Ukraine lernen und deutsche Unternehmen unterstützen.

InhaltVerteidigungsminister Boris Pistorius hat in Friesland einen "Aktionsplan Drohnen" angekündigt. Die Bundeswehr soll mit mehreren Milliarden Euro besser für Aufklärung, Einsatz und Abwehr gerüstet werden. Drohnen spielen in militärischen Konflikten eine immer größere Rolle – die Bundeswehr soll daher bei der Drohnenabwehr nach Plänen von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius stärker werden. Bei einem Truppenbesuch in Friesland kündigte der Minister erhebliche Investitionen dafür an. "Wir starten in diesen Tagen einen Aktionsplan Drohnen", sagte der SPD-Politiker. Dieser umfasse eine Vielzahl von Maßnahmen, die nun umgesetzt würden. "Und das bedeutet, dass wir bis zum Ende des Jahrzehnts circa 16 Milliarden Euro in diesen Bereich investieren wollen." Pistorius will die Bundeswehr mit Drohnen für Aufklärung, Einsatz und Abwehr ausrüsten. Bei der Einführung in die Truppe wolle man "sehr strategisch und sehr zielgerichtet" vorgehen. Pistorius besuchte zusammen mit dem Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer, das Objektschutzregiment "Friesland" der Luftwaffe auf dem ehemaligen Nato-Flugplatz Upjever (Landkreis Friesland). Dort ist ein sogenanntes Schnelles Reaktionselement (SRE) zur Abwehr von Drohnen stationiert. Die Luftwaffe wurde als erste Teilstreitkraft im April 2025 mit so einer Einheit ausgestattet. Inzwischen ist die Einheit laut der Luftwaffe einsatzbereit und hat sich bereits bei Einsätzen und Übungen bewährt. Pistorius sagte, ab Juli würden alle Teilstreitkräfte der Bundeswehr über solche Drohneneinheiten verfügen. "Die Spezialistinnen und Spezialisten sind mit ihrer Expertise bei Bedarf sehr, sehr schnell einsatzbereit", sagte der Verteidigungsminister. Das Objektschutzregiment bildet mit mehr als 1500 Kräften an mehreren Standorten weitestgehend die Bodentruppen der Luftwaffe. Das Regiment hat unter anderem die Aufgabe, Personal und Material gegen Angriffe und Störungen zu schützen – dazu können auch Drohnen zählen. General Breuer sagte, Drohnen und die Drohnenabwehrfähigkeit sei eine neue Dimension in der Kriegsführung. Jede Soldatin und jeder Soldat müsse mit der Technik umgehen könne, so Breuer. "Beim Thema Drohnen gewinnt nicht der, der die schönste Powerpoint-Präsentation oder das beste Produkt hat", sagte der Soldat. "Es gewinnt der, der schnell erkennt, der testet, der lernt, der anpasst und die Fähigkeiten dann auch in die Hände der Truppe bringt." Bundesverteidigungsminister Pistorius betonte, insgesamt habe die Bundeswehr in den vergangenen Jahren in der Drohnen-Technik "erheblich" und "in höchster Geschwindigkeit" Fortschritte erzielt. Da sich die Drohnenabwehr aber ständig weiterentwickele, müsse die Bundeswehr stetig reagieren, sagte Pistorius. Deutschland könne dabei auch von den Erfahrungen profitieren, die die Ukraine auf dem Gefechtsfeld im russischen Angriffskrieg mache. Pistorius verwies darauf, dass mehrere deutsche Unternehmen dazu im Rahmen von Joint Ventures in der Ukraine aktiv seien.