Datum16.06.2026 19:03
Quellewww.zeit.de
TLDRBrandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke hat an den 30. Jahrestag des rassistischen Angriffs auf Noël Martin erinnert. Martin, der nach dem Angriff querschnittsgelähmt war, starb 2020. Woidke würdigte seine Mitmenschlichkeit angesichts von Hass und seinen Kampf gegen Rassismus. Er rief dazu auf, sich weiterhin gegen Hass und Hetze zu stellen und Martins Botschaft der Versöhnung zu leben. In Blankenfelde-Mahlow findet eine Aktionswoche für Demokratie statt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Gedenken“. Lesen Sie jetzt „Opfer rechter Gewalt - Woidke würdigt Noël Martin“. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat 30 Jahre nach dem rassistischen Angriff auf Noël Martin an dessen Vermächtnis erinnert. Er rief anlässlich einer Gedenkveranstaltung für Martin in Blankenfelde-Mahlow dazu auf, gegen Hass und Hetze einzutreten. "Noël Martin steht für mich wie kaum ein anderer für Mitmenschlichkeit im Angesicht des Hasses. Für Freundlichkeit als Antwort auf Hetze. Und für Versöhnung als den besten Weg in die Zukunft", sagte Woidke. Der gebürtige Jamaikaner und frühere Bauunternehmer Martin, der in Birmingham lebte, war im Juni 1996 in Blankenfelde-Mahlow (Kreis Teltow-Fläming) gemeinsam mit Arbeitskollegen von jungen Rechtsradikalen angegriffen worden. Nach einem Steinwurf auf seinen Wagen kam der damals 36-Jährige von der Straße ab und prallte gegen einen Baum. Seitdem war Martin vom Hals ab querschnittsgelähmt und saß im Rollstuhl. Er starb 2020 im Alter von 60 Jahren. "Noël Martin ist ein Vorbild. Er hat in bewundernswerter Weise auf schlimmste Gewalt reagiert", sagte Woidke. "Bis zu seinem Tod im Jahr 2020 hat Noël Martin unermüdlich gegen Rassismus und für die Menschenwürde und Verständigung gekämpft - trotz des Leids, das er ertragen musste. Das ist sein Vermächtnis und es wirkt bis heute nach", so der Ministerpräsident. "Wir sind es Noël Martin schuldig, dass wir seine Botschaft der Versöhnung und des Friedens auch weiterhin mit Leben füllen und uns mit dem gleichen Engagement wie er gegen Rassismus und Fremdenhass stellen." In der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow wird bis zum 21. Juni eine Aktionswoche für Demokratie und Vielfalt organisiert. © dpa-infocom, dpa:260616-930-233695/1